Haut

Die Haut ist das größte Organ des Menschen und Spiegel innerer Gesundheit. Phytotherapeutika wirken lokal entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, antimikrobiell und juckreizlindernd – mit breitem Anwendungsspektrum von Wunden über Ekzeme bis hin zu Akne und Pilzinfektionen.

Typische Beschwerdebilder

  • Kleine Wunden, Schürfwunden, Hautabschürfungen
  • Kontaktekzem und atopisches Ekzem (Neurodermitis)
  • Akne vulgaris (entzündlich und komedonös)
  • Oberflächliche Pilzinfektionen (Mykosen)
  • Insektenstiche und Juckreiz
  • Verbrennungen und Sonnenbrand (leichter Grad)
  • Furunkel und Abszesse (begleitend)
  • Hämorrhoiden (äußerlich)
  • Venöse Insuffizienz mit Hautveränderungen

Bewährte Heilkräuter (8)

  • Ringelblume

    Calendula officinalis

    Wirkstoffe: Flavonoide, Triterpenole, Carotine, ätherische Öle

    Wirkprinzip: Wundheilungsfördernd, entzündungshemmend, antimikrobiell

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  • Kamille

    Matricaria chamomilla

    Wirkstoffe: Chamazulen, Bisabolol, Apigenin

    Wirkprinzip: Antiphlogistisch, antimikrobiell, hautruhigend

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  • Arnika

    Arnica montana

    Wirkstoffe: Sesquiterpenlactone (Helenalin), Flavonoide

    Wirkprinzip: Antiphlogistisch, analgetisch (nur äußerlich!)

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  • Beinwell

    Symphytum officinale

    Wirkstoffe: Allantoin, Rosmarinsäure, Phenolcarbonsäuren

    Wirkprinzip: Zellproliferationsfördernd, entzündungshemmend, schmerzlindernd

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  • Hamamelis

    Hamamelis virginiana

    Wirkstoffe: Tannine (Hamamelitannin), Proanthocyanidine

    Wirkprinzip: Adstringierend, antioxidativ, gefäßwandstabilisierend

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  • Aloe vera

    Aloe barbadensis

    Wirkstoffe: Acemannan, Aloverose, Anthranoide (äußerlich: Gel)

    Wirkprinzip: Wundheilungsfördernd, feuchtigkeitsspendend, kühlend

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  • Teebaumöl

    Melaleuca alternifolia

    Wirkstoffe: Terpinen-4-ol, Cineol

    Wirkprinzip: Antibakteriell, antimykotisch, antiviral (breit)

  • Salbei

    Salvia officinalis

    Wirkstoffe: Rosmarinsäure, Thujon, Diterpene

    Wirkprinzip: Antibakteriell, adstringierend, antiperspirant

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Zubereitungsformen

  • [[04_Oelmazeration]] – Ringelblumen- und Kamillenöl als Basis für Salben und direkte Hautpflege
  • [[04_Salbe_Creme]] – Ringelblumensalbe, Beinwellsalbe als topische Anwendung
  • [[04_Tee_Aufguss]] – als Kompresse/Umschlag (kalt oder warm) auf die betroffene Hautpartie
  • [[04_Tinktur]] – Arnika-Tinktur, Hamamelisextrakt als Lotion
  • [[04_Wickel_Auflagen]] – Kamillenwickel, Ringelblumenwickel bei Ekzemen und Entzündungen
  • [[04_Pflanzliche_Fertigpraeparate]] – Teebaumöl pur (1–2 Tropfen direkt auf Pickel/Pilz)

Bewährte Teemischungen

Mischung 1 – Kompressentee (Wunden, Ekzeme, entzündliche Haut)

  • Ringelblumenblüten: 40 g
  • Kamillenblüten: 40 g
  • Schafgarbenkraut: 20 g

Zubereitung: 2 TL (ca. 3 g) auf 250 ml kochendes Wasser, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen, abkühlen lassen. Sauberes Tuch in den Tee tauchen, ausdrücken und auf die betroffene Stelle auflegen. 15–20 Minuten einwirken lassen, 2–3 x täglich. Nicht zu heiß auflegen!

Mischung 2 – Akne-Gesichtsdampfbad

  • Kamillenblüten: 40 g
  • Salbeiblätter: 30 g
  • Lavendelblüten: 30 g

Zubereitung: 2–3 EL (ca. 5–6 g) auf 1 Liter kochendes Wasser geben. Gesicht über die Schüssel halten, Handtuch über Kopf legen (ca. 10 Minuten). 1–2 x wöchentlich anwenden. Danach mit Ringelblumen-Lotion oder -Öl pflegen.

Mischung 3 – Juckreiz-Linderungsbad (bei Ekzemen, Insektenstichen)

  • Kamillenblüten: 50 g
  • Haferstroh: 30 g (alternativ: Haferflocken in Leinensäckchen)
  • Ringelblumenblüten: 20 g

Zubereitung: Gesamtmischung mit 2 Litern kochendem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und dem Vollbad (35–37°C) zugeben. 15–20 Minuten baden. Nicht abreiben – nur sanft abtupfen. 2–3 x wöchentlich.


Ernährungs- & Lebensstiltipps

  • Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Walnüsse, Fisch) reduzieren systemische Entzündungsbereitschaft
  • Zuckerreduktion verringert insulinvermittelte Entzündungsreaktionen – relevant bei Akne
  • Ausreichend Wasser trinken hält die Haut feucht von innen
  • Synthetische Duft- und Konservierungsstoffe in Kosmetika meiden (häufige Kontaktallergen)
  • Baumwollunterwäsche bei empfindlicher Haut bevorzugen (weniger Reibung und Feuchtigkeitsstau)

Grenzen der Selbstbehandlung

  • Tiefe oder stark blutende Wunden → Arzt / Notaufnahme
  • Zeichen einer Wundinfektion (Rötung, Schwellung, Fieber, Eiter) → Antibiotika nötig
  • Ausgedehnte oder nässende Ekzeme → Dermatologe
  • Verdächtige Hautveränderungen (Farbveränderung, Juckreiz, Wachstum von Muttermalen) → Dermatologisches Screening
  • Arnika nie auf offene Wunden, stark entzündete Haut oder bei Arnika-Allergie (Korbblütler)
  • Teebaumöl nie unverdünnt bei Kindern unter 6 Jahren
  • Beinwellextrakte nur kurzfristig (max. 4–6 Wochen) äußerlich anwenden (Pyrrolizidinalkaloide)

Häufige Fragen

Welche Heilkräuter helfen bei Haut?
Bei Haut werden in der Phytotherapie verschiedene Heilkräuter eingesetzt, darunter Ringelblume, Kamille, Arnika. Die Auswahl richtet sich nach dem spezifischen Beschwerdebild, den enthaltenen Wirkstoffen und dem individuellen Anwendungskontext.
Wann sollte ich bei Haut einen Arzt aufsuchen?
Heilkräuter eignen sich gut zur Unterstützung bei leichten bis mittelschweren Beschwerden im Bereich Haut. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen, Fieber über 39 °C, Blut oder Eiter, deutlicher Verschlechterung oder Unsicherheit über die Diagnose sollten Sie immer ärztlichen Rat einholen. Pflanzliche Mittel ersetzen keine medizinische Diagnose.