Die Kräuter-Hausapotheke

Mit 15 sorgfältig ausgewählten Heilkräutern lassen sich die häufigsten Alltagsbeschwerden pflanzlich begleiten: Erkältungen, Verdauungsstörungen, Schlafprobleme, kleine Wunden und Hautreizungen. Alle aufgeführten Kräuter sind durch Kommission-E- oder ESCOP-Monografien belegt.

Die angegebenen Wirkungen beschreiben das traditionell und pharmakologisch dokumentierte Wirkprofil der jeweiligen Pflanze. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Die 15 Kräuter im Überblick

Kamille (Echte Kamille)

Matricaria chamomilla L. (Syn.: Matricaria recutita)

  • Entzündungshemmend (α-Bisabolol, Chamazulen)
  • Krampflösend/spasmolytisch (Apigenin)
  • Wundheilend
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Baldrian

Valeriana officinalis L.

  • Schlaffördernd (Verbesserung des Einschlafens, Schlafqualität)
  • Beruhigend/anxiolytisch (sedierend)
  • Leicht spasmolytisch (krampflösend)
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Pfefferminze

Mentha × piperita L. (Hybride aus M. aquatica × M. spicata)

  • Karminativ (blähungswidrig – ätherisches Öl relaxiert Darmmuskulatur)
  • Spasmolytisch (Menthol und Menthon hemmen Calciumkanäle der glatten Muskulatur)
  • Choleretisch (fördert Gallenproduktion)
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Ingwer

Zingiber officinale Roscoe

  • Antiemetisch (gegen Übelkeit und Erbrechen) – Gingerole wirken am 5-HT3-Rezeptor
  • Prokinetisch (fördert Magenentleerung)
  • Antiphlogistisch (entzündungshemmend) – COX-2-Hemmung durch Gingerole/Shogaole
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Johanniskraut

Hypericum perforatum L.

  • Antidepressiv (Hyperforin hemmt Serotonin-/Dopamin-/Noradrenalin-Wiederaufnahme – Triple-Reuptake-Hemmer)
  • Anxiolytisch (angstlösend)
  • Schlafverbessernd (Schlafqualität)
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Salbei (Echter Salbei)

Salvia officinalis L.

  • Antiseptisch, antimikrobiell (ätherisches Öl, Gerbstoffe)
  • Antihidrotisch (schweißhemmend) – klinisch gut belegt
  • Adstringierend (Gerbstoffe – Schleimhautstabilisierung)
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Thymian (Echter Thymian)

Thymus vulgaris L.

  • Expektorierend/sekretolytisch (Thymol stimuliert Zilienaktivität, verflüssigt Bronchialschleim)
  • Antispasmodisch (Bronchien – Linalool, Flavonoide)
  • Antimikrobiell (stark: Thymol und Carvacrol hemmen gram-positive und gram-negative Bakterien)
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Fenchel

Foeniculum vulgare Mill.

  • Karminativ (blähungswidrig): trans-Anethol entspannt glatte Darmmuskulatur
  • Spasmolytisch (krampflösend an Magen-Darm-Trakt)
  • Sekretolytisch (schleimlösend an Bronchien)
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Holunder

Sambucus nigra L.

  • Diaphoretisch (schweißtreibend – klassisches Erkältungsmittel)
  • Entzündungshemmend (Flavonoide)
  • Leicht diuretisch
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Brennnessel

Urtica dioica L. (Große Brennnessel)

  • Diuretisch (harntreibend, durchspülend)
  • Entzündungshemmend (Flavonoide, Polysaccharide)
  • Antirheumatisch (begleitend)
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Ringelblume (Echte Ringelblume)

Calendula officinalis L.

  • Wundheilungsfördernd (Granulationsförderung, Fibroblastenproliferation)
  • Entzündungshemmend (Saponine, Flavonoide, hemmen COX-2, NF-κB)
  • Antimikrobiell, antifungal
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Lavendel (Echter Lavendel)

Lavandula angustifolia Mill.

  • Beruhigend, angstlösend (Linalool – GABA-Modulation)
  • Schlaffördernd
  • Krampflösend
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Mariendistel

Silybum marianum (L.) Gaertn.

  • Hepatoprotektiv (Silymarin stabilisiert Zellmembranen, hemmt Toxinaufnahme in Hepatozyten)
  • Antioxidativ (fängt freie Radikale, hemmt Lipidperoxidation)
  • Antifibrotisch (hemmt Aktivierung hepatischer Sternzellen)
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Echinacea (Sonnenhut)

Echinacea purpurea (L.) Moench (Syn.: Rudbeckia purpurea L.)

  • Immunmodulierend (Stimulation der unspezifischen Immunabwehr)
  • Makrophagenaktivierung (Phagozytosesteigerung)
  • NK-Zell-Aktivierung
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Arnika

Arnica montana L.

  • Entzündungshemmend (Helenalin hemmt NF-κB)
  • Ödemhemmend, abschwellend
  • Analgetisch (schmerzlindernd)
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Grundausstattung: Zubereitungen

Für eine funktionsfähige Kräuter-Hausapotheke empfiehlt sich neben den Drogen selbst eine kleine Grundausstattung an Utensilien und Zubereitungen.

Getrocknete Kräuter

Lose Drogentees aus der Apotheke sind gegenüber Teebeuteln vorzuziehen, da sie einen deutlich höheren Wirkstoffgehalt aufweisen. Luftdicht in dunklen Blechdosen lagern, Verwendungsdatum notieren.

Teesieb und Kanne

Ein feinmaschiges Teesieb (kein Metallkorbsieb) und eine vorgewärmte Kanne mit Deckel ermöglichen die korrekte Zubereitung von Teeaufgüssen. Abdecken beim Ziehen verhindert das Ausdampfen ätherischer Öle.

Dunkle Tinkturfläschchen

Braunglasfläschen mit Tropfaufsatz (20–100 ml) sind ideal für fertige Tinkturen aus der Apotheke. Dunkel und kühl lagern. Tinkturen für den Hausgebrauch nicht selbst ansetzen, sofern keine Fachkenntnisse vorhanden sind.

Sicherheitshinweise beachten

Heilkräuter haben Kontraindikationen und können mit Arzneimitteln wechselwirken. Vor der Anwendung – insbesondere in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern sowie bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme – informieren Sie sich auf der Sicherheitsseite und holen Sie bei Bedarf ärztlichen Rat ein.

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