Aloe vera

Aloe vera (L.) Burm.f. (Syn.: Aloe barbadensis Mill.)

Familie: Asphodelaceae (Asphodelgewächse)

Steckbrief

Pflanzenteile
Blattgel (Aloe vera Gel), Blattsaft/Droge (Aloe)
Sammelzeit
Ganzjährig (Kultivierung)
Vorkommen
Ursprünglich Arabische Halbinsel; heute weltweit tropisch/subtropisch kultiviert
Volksnamen
Echte Aloe, Wüstenlilie, Heilpflanze der Unsterblichkeit

Wirkungen

  • Wundheilungsfördernd (Gel: Acemannan stimuliert Fibroblastenproliferation)
  • Feuchtigkeitsbindend/hautpflegend (Gel)
  • Entzündungshemmend (Bradykininase, Polysaccharide)
  • Immunmodulierend (Acemannan)
  • Abführend (Anthrachinone im Rindensaft – NICHT Gel!)
  • Antimikrobiell (mild)

Wirkstoffe

  • Polysaccharide (Gel): Acemannan (Glucomannan), Pektin
  • Anthrachinone (Rindensaft): Aloin A und B, Emodin, Aloe-Emodin (abführend!)
  • Enzyme: Bradykininase, Carboxypeptidase
  • Mineralstoffe: Calcium, Magnesium, Zink
  • Vitamine: C, E, B-Komplex (Spuren)
  • Glykoproteine: Aloctin

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Obstipation (kurzfristig, nur Aloe-Droge/Rindensaft, nicht Gel) – eingeschränkt empfohlen
  • Reizdarmsyndrom (traditionell, Evidenz begrenzt)

Äußere Anwendung

  • Sonnenbrand, Verbrennungen I. Grades
  • Trockene und gereizte Haut
  • Schuppenflechte (Psoriasis) – symptomatische Linderung
  • Kleine Wunden, Schürfwunden
  • Aphten und Mundschleimhautentzündungen

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Frisches Gel Blattscheibe aufschneiden, Gel direkt auftragen Mehrmals täglich auf betroffene Stellen
Fertigpräparat (Gel) Standardisierte Produkte (mind. 95 % Aloe vera Gel) Laut Packungsbeilage
Saft (innerlich) Reiner Aloe vera Saft, entbittert (Aloin <10 ppm) 50–100 ml täglich
Aloe-Droge (Abführmittel) Nur standardisierte Präparate Kurzfristig; 0,04–0,17 g Hydroxyanthracen/Tag

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Rindensaft/Aloe-Droge: Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder unter 12 Jahren, entzündliche Darmerkrankungen (Colitis, Morbus Crohn), Darmverschluss, Bauchschmerzen unklarer Ursache
  • Gel: Allergie gegen Liliengewächse (selten)

Wechselwirkungen

  • Aloe-Droge: Verstärkung von Herzglykosiden und Antiarrhythmika durch Kaliummangel
  • Kortikosteroide: Additive Wirkung bei Kaliumverlust möglich

Schwangerschaft & Stillzeit

Gel äußerlich: Unbedenklich Innerlich (Rindensaft/Droge): Kontraindiziert

Besonderheiten

  • Wichtige Unterscheidung: Gel (inneres Blattgewebe, klar) vs. Saft/Latex (gelblicher Rindensaft, anthrachinonhaltig) – völlig verschiedene Wirkprofile!
  • Aloin ist potenziell genotoxisch – entbitterte Produkte für den Verzehr verwenden
  • Die Pflanze speichert Wasser in ihren Blättern (Sukkulent) – das macht das Gel so feuchtigkeitsreich
  • Kommission-E-Monografie: Positiv (Aloe-Droge als Abführmittel), Gel-Anwendung separat bewertet

Aloe vera – Aloe vera gehört zu den Asphodelaceae (Asphodelgewächse) und wichtige Unterscheidung: Gel (inneres Blattgewebe, klar) vs. Saft/Latex (gelblicher Rindensaft, anthrachinonhaltig) – völlig verschiedene Wirkprofile!.

Besonderheiten

  • Wichtige Unterscheidung: Gel (inneres Blattgewebe, klar) vs. Saft/Latex (gelblicher Rindensaft, anthrachinonhaltig) – völlig verschiedene Wirkprofile!
  • Aloin ist potenziell genotoxisch – entbitterte Produkte für den Verzehr verwenden
  • Die Pflanze speichert Wasser in ihren Blättern (Sukkulent) – das macht das Gel so feuchtigkeitsreich
  • Kommission-E-Monografie: Positiv (Aloe-Droge als Abführmittel), Gel-Anwendung separat bewertet

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Aloe vera verwendet?
Obstipation (kurzfristig, nur Aloe-Droge/Rindensaft, nicht Gel) – eingeschränkt empfohlen, Reizdarmsyndrom (traditionell, Evidenz begrenzt)
Wie bereitet man Aloe vera als Tee zu?
Blattscheibe aufschneiden, Gel direkt auftragen Dosierung: Mehrmals täglich auf betroffene Stellen
Hat Aloe vera Wechselwirkungen?
Aloe-Droge: Verstärkung von Herzglykosiden und Antiarrhythmika durch Kaliummangel Kortikosteroide: Additive Wirkung bei Kaliumverlust möglich