Andorn (Weißer Andorn)
Marrubium vulgare L.
Familie: Lamiaceae (Lippenblütler)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Kraut (Marrubii herba)
- Sammelzeit
- Juni–August (Blütezeit)
- Vorkommen
- Europa, Westasien, Nordafrika; auf trockenen Ruderalflächen, Wegrändern, sonnigen Hängen
- Volksnamen
- Weißer Andorn, Gemeiner Andorn, Berghopfen, Helfkraut
Wirkungen
- Schleimlösend/sekretolytisch (Marrubiin)
- Hustenstillend/expektorierend
- Galle- und Verdauungsanregend (Bitterstoffe)
- Schwach krampflösend (glatte Muskulatur)
- Antimikrobiell (ätherisches Öl)
- Leicht blutdrucksenkend (Marrubiin)
Wirkstoffe
- Diterpene: Marrubiin (Hauptwirkstoff), Premarrubiin
- Ätherisches Öl (0,05–0,06 %): Sabinen, β-Pinen, Campher
- Flavonoide: Luteolin, Apigenin, Quercetin
- Gerbstoffe: Gerbsäuren
- Phenylcarbonsäuren: Chlorogensäure, Kaffeesäure
- Bitterstoffe: Marrubiinsäure
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Akute Bronchitis, produktiver Husten
- Katarrhe der Atemwege (Erkältungen)
- Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen
- Dyspepsie (Verdauungsbeschwerden)
Äußere Anwendung
- Mundschleimhautentzündungen (Gurgeln)
- Hautentzündungen (traditionell, kaum gebräuchlich)
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee (Aufguss) | 1,5–2 g Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. zugedeckt ziehen | 3x täglich 1 Tasse |
| Presssaft | Aus frischem Kraut | 3x täglich 1 EL |
| Tinktur | 1:5 in 45% Alkohol | 3x 20–40 Tropfen täglich |
| Fertigpräparat | Standardisierte Hustenbonbons oder Tropfen | Laut Packungsbeilage |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Verschluss der Gallenwege, Gallensteine (Vorsicht bei Gallesekretionssteigerung)
- Keine ausreichenden Daten für Kinder unter 12 Jahren
Wechselwirkungen
- Theorie: Mögliche Verstärkung blutdrucksenkender Medikamente (klinisch kaum relevant)
- Diabetiker: Leicht blutzuckersenkende Wirkung möglich (Verlaufskontrollen empfohlen)
Schwangerschaft & Stillzeit
Traditionell als uterusstimulierend angesehen – in der Schwangerschaft meiden Stillzeit: Keine ausreichenden Daten – Vorsicht
Besonderheiten
- Andorn gehört zu den ältesten Hustenmitteln der Volksmedizin – bereits bei den Ägyptern und Römern belegt
- Marrubiin ist einer der wenigen Diterpene mit klar belegter schleimlösender Wirkung
- Die weißfilzige Behaarung der Pflanze ist namensgebend ("weiß")
- In manchen Ländern als Andorn-Bonbons oder Sirup im Handel erhältlich
- Kommission-E-Monografie: Positiv für Erkältungskrankheiten und Verdauungsbeschwerden
Andorn (Weißer Andorn) – Marrubium vulgare gehört zu den Lamiaceae (Lippenblütler) und andorn gehört zu den ältesten Hustenmitteln der Volksmedizin – bereits bei den Ägyptern und Römern belegt.
Besonderheiten
- Andorn gehört zu den ältesten Hustenmitteln der Volksmedizin – bereits bei den Ägyptern und Römern belegt
- Marrubiin ist einer der wenigen Diterpene mit klar belegter schleimlösender Wirkung
- Die weißfilzige Behaarung der Pflanze ist namensgebend (“weiß”)
- In manchen Ländern als Andorn-Bonbons oder Sirup im Handel erhältlich
- Kommission-E-Monografie: Positiv für Erkältungskrankheiten und Verdauungsbeschwerden
Verwandte Anwendungsgebiete
Atemwege
Erkältungen, Husten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Phytotherapeutika wirken schleimlösend, sekretolytisch, antiviral, antibakteriell und entzündungshemmend – oft mit geringeren Nebenwirkungen als synthetische Hustenmittel.
Verdauung
Magen, Darm, Leber und Galle – die Verdauungsorgane reagieren sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil. Phytotherapeutika wirken krampflösend, blähungswidrig, gallenfluss-fördernd und schleimhautschützend.
Häufige Fragen
Wofür wird Andorn (Weißer Andorn) verwendet?
Akute Bronchitis, produktiver Husten, Katarrhe der Atemwege (Erkältungen), Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen
Wie bereitet man Andorn (Weißer Andorn) als Tee zu?
1,5–2 g Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. zugedeckt ziehen Dosierung: 3x täglich 1 Tasse
Hat Andorn (Weißer Andorn) Wechselwirkungen?
Theorie: Mögliche Verstärkung blutdrucksenkender Medikamente (klinisch kaum relevant) Diabetiker: Leicht blutzuckersenkende Wirkung möglich (Verlaufskontrollen empfohlen)