Angelika (Engelwurz)
Angelica archangelica L. (Syn.: Archangelica officinalis)
Familie: Apiaceae (Doldenblütler)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Wurzel (Angelicae radix), Früchte, Kraut
- Sammelzeit
- Wurzel: Herbst (1. Jahr) oder Frühjahr (2. Jahr); Früchte: August–September
- Vorkommen
- Nord- und Mitteleuropa, Sibirien; feuchte Standorte, Bachufer, Wälder
- Volksnamen
- Engelwurz, Erzengelpflanze, Heiliger Geist-Wurzel, Brustwerz
Wirkungen
- Verdauungsanregend, Bitterstoff-Wirkung (Appetitsteigerung)
- Karminativ (blähungswidrig)
- Spasmolytisch (krampflösend am Magen-Darm-Trakt)
- Sekretionssteigernd (Magen, Galle)
- Schwach antimikrobiell (ätherisches Öl)
- Leicht beruhigend (traditionell)
Wirkstoffe
- Ätherisches Öl (0,3–1,0 %): α- und β-Phellandren, α-Pinen, Borneol, Limonen
- Furanocumarine: Bergapten, Xanthotoxin, Imperatorin (phototoxisch!)
- Cumarine: Osthole, Osthol
- Bitterstoffe: Angelicin, Archangelicin
- Harze und Gerbstoffe
- Phenylcarbonsäuren: Chlorogensäure
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche
- Völlegefühl, Blähungen, Magenkrämpfe
- Dyspepsie
- Erkältungen (traditionell als Hustenmittel)
Äußere Anwendung
- Rheumatische Beschwerden (Einreibungen, Bäder)
- Neuralgien (traditionell)
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee (Abkochung) | 1–1,5 g Wurzel mit 150 ml Wasser, 5 Min. köcheln | 3x täglich 1 Tasse vor dem Essen |
| Tinktur | 1:5 in 70% Alkohol | 3x 20–40 Tropfen täglich |
| Tagesdosis Droge | Getrocknete Wurzel | 4,5 g täglich |
| Bad | 50–60 g Wurzel auf Vollbad | 1–2x wöchentlich |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Magengeschwüre, Gastritis mit Hyperazidität (Bitterstoffe reizen die Magenschleimhaut)
- Gallensteine, Gallenwegsverschluss
- Bekannte Furanocumarin-Überempfindlichkeit
Wechselwirkungen
- Antikoagulanzien (Cumarin-Derivate): Theoretisch additive Wirkung möglich
Schwangerschaft & Stillzeit
Nicht empfohlen (uterusstimulierend in höheren Dosen, Furanocumarine)
Besonderheiten
- Die Pflanze kann bis zu 2 m hoch werden und blüht nur einmal – danach stirbt sie ab (monokarpe Pflanze)
- Der Name leitet sich von Erzengel Michael ab – die Blütezeit fiel früher auf den 8. Mai (Michaelstag im alten Kalender)
- Angelika ist eine der wenigen Heilpflanzen mit sowohl Bitterstoff- als auch ätherischem Öl-Wirkung kombiniert
- Wichtig für die Likörherstellung (z. B. Chartreuse, Benediktiner, Boonekamp)
- Verwechslungsgefahr mit Geflecktem Schierling (Conium maculatum) und Wasser-Schierling (Cicuta virosa) – beide giftig!
Angelika (Engelwurz) – Angelica archangelica gehört zu den Apiaceae (Doldenblütler) und die Pflanze kann bis zu 2 m hoch werden und blüht nur einmal – danach stirbt sie ab (monokarpe Pflanze).
Besonderheiten
- Die Pflanze kann bis zu 2 m hoch werden und blüht nur einmal – danach stirbt sie ab (monokarpe Pflanze)
- Der Name leitet sich von Erzengel Michael ab – die Blütezeit fiel früher auf den 8. Mai (Michaelstag im alten Kalender)
- Angelika ist eine der wenigen Heilpflanzen mit sowohl Bitterstoff- als auch ätherischem Öl-Wirkung kombiniert
- Wichtig für die Likörherstellung (z. B. Chartreuse, Benediktiner, Boonekamp)
- Verwechslungsgefahr mit Geflecktem Schierling (Conium maculatum) und Wasser-Schierling (Cicuta virosa) – beide giftig!
Verwandte Anwendungsgebiete
Atemwege
Erkältungen, Husten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Phytotherapeutika wirken schleimlösend, sekretolytisch, antiviral, antibakteriell und entzündungshemmend – oft mit geringeren Nebenwirkungen als synthetische Hustenmittel.
Bewegungsapparat
Gelenk- und Muskelbeschwerden, rheumatische Erkrankungen und Sportverletzungen sind häufige Beschwerden, bei denen Phytotherapeutika entzündungshemmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken – sowohl äußerlich als auch innerlich.
Verdauung
Magen, Darm, Leber und Galle – die Verdauungsorgane reagieren sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil. Phytotherapeutika wirken krampflösend, blähungswidrig, gallenfluss-fördernd und schleimhautschützend.
Häufige Fragen
Wofür wird Angelika (Engelwurz) verwendet?
Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Völlegefühl, Blähungen, Magenkrämpfe, Dyspepsie
Wie bereitet man Angelika (Engelwurz) als Tee zu?
1–1,5 g Wurzel mit 150 ml Wasser, 5 Min. köcheln Dosierung: 3x täglich 1 Tasse vor dem Essen
Hat Angelika (Engelwurz) Wechselwirkungen?
Antikoagulanzien (Cumarin-Derivate): Theoretisch additive Wirkung möglich