Artischocke

Cynara scolymus L. (Syn.: Cynara cardunculus var. scolymus)

Familie: Asteraceae (Korbblütler)

Steckbrief

Pflanzenteile
Blätter (Cynarae folium)
Sammelzeit
Vor der Blüte (Mai–Juli)
Vorkommen
Ursprünglich Nordafrika; heute Mittelmeerraum, weltweit kultiviert
Volksnamen
Gemeine Artischocke, Erdartischocke, Welscher Distelprimel

Wirkungen

  • Gallensekretionssteigernd (choleretisch) – Cynarin
  • Gallenflussstimulierend (cholekinetisch)
  • Leberschützend (hepatoprotektiv)
  • Lipidsenkend (Triglyzeride, LDL-Cholesterin)
  • Antioxidativ
  • Verdauungsfördernd (Bitterstoffe)
  • Leicht diuretisch

Wirkstoffe

  • Caffeolylchinasäuren: Cynarin (1,3-Dicaffeolylchinasäure), Chlorogensäure (Hauptwirkstoffe)
  • Flavonoide: Luteolin-7-O-glucosid, Cynarosid, Scolymosidin
  • Sesquiterpenlactone: Cynaropikrin (Bitterstoff)
  • Phenylcarbonsäuren: Kaffeesäure, Hydroxyzimtsäurederivate
  • Inulin (in der Knolle)
  • Phytosterole: β-Sitosterol

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Funktionelle Dyspepsie (Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit)
  • Appetitlosigkeit
  • Erhöhte Leberwerte (unterstützend, begleitend)
  • Hyperlipidämie (erhöhte Blutfettwerte) – unterstützend
  • Fettstoffwechselstörungen

Äußere Anwendung

  • Keine etablierten äußerlichen Anwendungen

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee (Aufguss) 1,5 g Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen 3x täglich 1 Tasse vor dem Essen
Tinktur 1:5 in 25% Alkohol 3x 2–3 ml täglich
Presssaft Frische Blätter entsaften 3x täglich 50 ml
Fertigpräparat Extrakt (standardisiert auf Cynarin/Caffeoylchinasäuren) 300–600 mg Extrakt täglich
Tagesdosis Droge Getrocknete Blätter 6 g täglich

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Gallensteine, Gallenwegsverschluss (erhöhter Gallefluss kann Beschwerden auslösen)
  • Allergie gegen Korbblütler

Wechselwirkungen

  • Lipidsenker (Statine): Additive Wirkung möglich – Rücksprache mit Arzt empfohlen
  • Leberenzymwerte können positiv beeinflusst werden

Schwangerschaft & Stillzeit

Traditionell als gallesekretionssteigernd bekannt – in der Schwangerschaft vorsichtig Stillzeit: Kann die Milchproduktion hemmen – meiden

Besonderheiten

  • Artischockenblätter (nicht die Knolle!) sind die medizinisch verwendete Droge – die essbare Knolle enthält weniger Cynarin
  • Klinische Studien zeigen moderate Senkung von Gesamtcholesterin und LDL bei Hyperlipidämie
  • Cynarin entsteht zum Teil auch bei der Verarbeitung aus Chlorogensäure
  • Die Kardy (Cynara cardunculus) ist die Wildform und naher Verwandter
  • Kommission-E-Monografie: Positiv für dyspeptische Beschwerden

Artischocke – Cynara scolymus gehört zu den Asteraceae (Korbblütler) und artischockenblätter (nicht die Knolle!) sind die medizinisch verwendete Droge – die essbare Knolle enthält weniger Cynarin.

Besonderheiten

  • Artischockenblätter (nicht die Knolle!) sind die medizinisch verwendete Droge – die essbare Knolle enthält weniger Cynarin
  • Klinische Studien zeigen moderate Senkung von Gesamtcholesterin und LDL bei Hyperlipidämie
  • Cynarin entsteht zum Teil auch bei der Verarbeitung aus Chlorogensäure
  • Die Kardy (Cynara cardunculus) ist die Wildform und naher Verwandter
  • Kommission-E-Monografie: Positiv für dyspeptische Beschwerden

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Artischocke verwendet?
Funktionelle Dyspepsie (Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit), Appetitlosigkeit, Erhöhte Leberwerte (unterstützend, begleitend)
Wie bereitet man Artischocke als Tee zu?
1,5 g Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen Dosierung: 3x täglich 1 Tasse vor dem Essen
Hat Artischocke Wechselwirkungen?
Lipidsenker (Statine): Additive Wirkung möglich – Rücksprache mit Arzt empfohlen Leberenzymwerte können positiv beeinflusst werden