Baldrian

Valeriana officinalis L.

Familie: Valerianaceae (Baldriangewächse)

Steckbrief

Pflanzenteile
Wurzel (Valerianae radix)
Sammelzeit
Herbst (September–Oktober, 2-jährige Pflanze)
Vorkommen
Europa, Asien; feuchte Wiesen, Bachufer, lichte Wälder
Volksnamen
Echter Baldrian, Katzenkraut, Augenwurz, Theriak-Baldrian, Speik

Wirkungen

  • Schlaffördernd (Verbesserung des Einschlafens, Schlafqualität)
  • Beruhigend/anxiolytisch (sedierend)
  • Leicht spasmolytisch (krampflösend)
  • Muskelrelaxierend
  • Mechanismus: GABAerge Modulation (Valerensäure hemmt GABA-Abbau, Liganden an GABA-A-Rezeptoren)

Wirkstoffe

  • Iridoide (Valepotriate): Valtrat, Isovaltrat, Acevaltrat (instabil, zerfallen bei Lagerung)
  • Sesquiterpensäuren (stabile Zerfallsprodukte): Valerensäure, Hydroxyvalerensäure, Acetoxyvalerensäure
  • Ätherisches Öl (0,3–0,8 %): Bornylacetat, β-Caryophyllen, Isovaleriansäure (charakteristischer Geruch)
  • Flavonoide: Linarin, Hesperidin
  • Aminosäuren: GABA (γ-Aminobuttersäure)
  • Lignane: Pinoresinol

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Einschlafstörungen, Schlafstörungen
  • Nervöse Unruhe, Anspannung
  • Stress-bedingte Nervosität
  • Nervöse Herzbeschwerden (palpitationsartige Beschwerden)
  • Leichte Angstzustände

Äußere Anwendung

  • Baldrianvollbad: Nervöse Erschöpfung, Schlafstörungen (ergänzend)

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee (Aufguss/Kaltauszug) 2–3 g Wurzel in 150 ml kaltem Wasser 8–12 h ziehen (Kaltauszug bevorzugt) 30 Min. vor dem Schlafengehen
Tinktur 1:5 in 60% Alkohol 1–3 ml, 30 Min. vor dem Schlafen
Fertigpräparat Trockenextrakt (standardisiert) 400–600 mg Extrakt, 1 h vor dem Schlafen
Bad 100 g Wurzel auf Vollbad, 20 Min. ziehen, zufügen 1x abends
Hinweis Wirkung tritt bei regelmäßiger Einnahme nach 2–4 Wochen optimal ein

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Keine bekannten absoluten Kontraindikationen in üblichen Dosen
  • Kinder unter 3 Jahren: Keine ausreichenden Daten

Wechselwirkungen

  • Zentral dämpfende Substanzen: Alkohol, Benzodiazepine, Schlafmittel – additive sedierende Wirkung möglich
  • Anästhetika: Mögliche Interaktionen – 2 Wochen vor Operationen absetzen

Schwangerschaft & Stillzeit

Keine ausreichenden Sicherheitsdaten In üblicher Dosierung traditionell als relativ sicher geltend, aber Vorsicht empfohlen

Besonderheiten

  • Der charakteristische muffige Geruch der Baldrianwurzel entsteht beim Trocknen durch Abspaltung von Isovaleriansäure aus Valepotriaten
  • Katzen reagieren intensiv auf Baldrian (ähnlich wie auf Katzenminze) – Neovaltrat stimuliert Pheromonsensoren
  • Der Wirkungsmechanismus ist noch nicht vollständig aufgeklärt – wahrscheinlich Multitarget-Wirkung
  • Klinische Studien zeigen meist moderate, aber konsistente Wirksamkeit bei Schlafstörungen
  • Wichtig: Kein akuter Wirkungseintritt – Therapiedauer mindestens 2–4 Wochen

Baldrian – Valeriana officinalis gehört zu den Valerianaceae (Baldriangewächse) und der charakteristische muffige Geruch der Baldrianwurzel entsteht beim Trocknen durch Abspaltung von Isovaleriansäure aus Valepotriaten.

Besonderheiten

  • Der charakteristische muffige Geruch der Baldrianwurzel entsteht beim Trocknen durch Abspaltung von Isovaleriansäure aus Valepotriaten
  • Katzen reagieren intensiv auf Baldrian (ähnlich wie auf Katzenminze) – Neovaltrat stimuliert Pheromonsensoren
  • Der Wirkungsmechanismus ist noch nicht vollständig aufgeklärt – wahrscheinlich Multitarget-Wirkung
  • Klinische Studien zeigen meist moderate, aber konsistente Wirksamkeit bei Schlafstörungen
  • Wichtig: Kein akuter Wirkungseintritt – Therapiedauer mindestens 2–4 Wochen

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Baldrian verwendet?
Einschlafstörungen, Schlafstörungen, Nervöse Unruhe, Anspannung, Stress-bedingte Nervosität
Wie bereitet man Baldrian als Tee zu?
2–3 g Wurzel in 150 ml kaltem Wasser 8–12 h ziehen (Kaltauszug bevorzugt) Dosierung: 30 Min. vor dem Schlafengehen
Hat Baldrian Wechselwirkungen?
Zentral dämpfende Substanzen: Alkohol, Benzodiazepine, Schlafmittel – additive sedierende Wirkung möglich Anästhetika: Mögliche Interaktionen – 2 Wochen vor Operationen absetzen