Brennnessel
Urtica dioica L. (Große Brennnessel)
Familie: Urticaceae (Nesselgewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Blätter/Kraut (Urticae folium/herba), Wurzel (Urticae radix)
- Sammelzeit
- Blätter: April–Oktober (vor Blüte am besten); Wurzel: Herbst oder Frühjahr
- Vorkommen
- Weltweit; Ruderalstandorte, Gärten, stickstoffreiche Böden
- Volksnamen
- Große Brennnessel, Hanfnessel, Scharfnessel, Donnernessel
Wirkungen
- Diuretisch (harntreibend, durchspülend)
- Entzündungshemmend (Flavonoide, Polysaccharide)
- Antirheumatisch (begleitend)
- Antioxidativ
- Blutbildend (Eisen, Vitamin C)
- Antiandrogene Wirkung (Lignan-Wirkung auf SHBG)
- Wachstumshemmend auf Prostatazellen (in vitro)
- Entzündungshemmend (NF-κB-Hemmung)
Wirkstoffe
- Flavonoide: Isorhamnetin, Kaempferol, Quercetin-3-O-rutinosid
- Phenolsäuren: Kaffeesäure, Chlorogensäure
- Polysaccharide: Arabinogalaktane
- Mineralstoffe: Kalium, Silizium, Eisen, Calcium, Magnesium
- Vitamine: C, K, B-Komplex (junge Blätter)
- Brennhärchen: Histamin, Serotonin, Acetylcholin, Ameisensäure
- Polysaccharide: Arabinogalaktane, Glucane
- Sterole: Sitosterol-3-O-glucosid, Stigmasterol
- Lignane: Pinoresinol, Lariciresinol
- Phenylpropane: Caffeolylmalat
Anwendungsgebiete
Äußere Anwendung
- Urtikation (Aufpeitschen mit Brennnesseln) bei Rheuma/Arthritis – traditionell
- Haarspülungen gegen Haarausfall (Siliziumbasis)
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee Blätter (Aufguss) | 3–4 g Blätter auf 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. | 3–4x täglich bei Spülungstherapie |
| Tagesdosis Blätter | Getrocknetes Kraut | 8–12 g täglich |
| Presssaft (frisch) | Junge Blätter entsaften | 3x 5–10 ml täglich |
| Tinktur Wurzel | 1:5 in 45% Alkohol | 3x 1–2 ml täglich |
| Fertigpräparat Wurzel | Trockenextrakt | 300–600 mg täglich |
| Gemüse | Junge Blätter wie Spinat zubereiten (Brennwirkung verschwindet beim Erhitzen) | Täglich als Nahrung |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Spülungstherapie bei Herz- oder Niereninsuffizienz kontraindiziert
- BPH: Prostatakarzinom muss ausgeschlossen sein
Wechselwirkungen
- Diuretika: Additive Wirkung
- Antikoagulanzien (Vitamin-K-Antagonisten): Vitamin K in Brennnesselblättern kann Wirkung abschwächen
- Antidiabetika: Leicht blutzuckersenkende Wirkung möglich
Schwangerschaft & Stillzeit
Blätter in Speisemengen: Unbedenklich Therapeutische Dosen: Keine ausreichenden Daten; Vorsicht wegen möglicher Uteruswirkung Wurzel: Nicht empfohlen
Besonderheiten
- Brennnesseln sind eines der nährstoffreichsten einheimischen Wildkräuter – mehr Eisen als Spinat
- Die Brennwirkung entsteht durch Hohlnadeln in den Brennhärchen, die beim Berühren brechen und Histamin/Ameisensäure injizieren
- Thermische Inaktivierung: Beim Kochen, Dämpfen oder Trocknen verschwindet die Brennwirkung vollständig
- Klinische Studien zur Wurzel zeigen signifikante Verbesserung bei BPH-Beschwerden
- Brennnesselfasern wurden historisch als Textilfaser verwendet (vergleichbar mit Hanf)
Brennnessel – Urtica dioica gehört zu den Urticaceae (Nesselgewächse) und brennnesseln sind eines der nährstoffreichsten einheimischen Wildkräuter – mehr Eisen als Spinat.
Besonderheiten
- Brennnesseln sind eines der nährstoffreichsten einheimischen Wildkräuter – mehr Eisen als Spinat
- Die Brennwirkung entsteht durch Hohlnadeln in den Brennhärchen, die beim Berühren brechen und Histamin/Ameisensäure injizieren
- Thermische Inaktivierung: Beim Kochen, Dämpfen oder Trocknen verschwindet die Brennwirkung vollständig
- Klinische Studien zur Wurzel zeigen signifikante Verbesserung bei BPH-Beschwerden
- Brennnesselfasern wurden historisch als Textilfaser verwendet (vergleichbar mit Hanf)
Verwandte Anwendungsgebiete
Häufige Fragen
Wofür wird Brennnessel verwendet?
Bitte die Anwendungsgebiete im Detail lesen.
Wie bereitet man Brennnessel als Tee zu?
3–4 g Blätter auf 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. Dosierung: 3–4x täglich bei Spülungstherapie
Hat Brennnessel Wechselwirkungen?
Diuretika: Additive Wirkung Antikoagulanzien (Vitamin-K-Antagonisten): Vitamin K in Brennnesselblättern kann Wirkung abschwächen Antidiabetika: Leicht blutzuckersenkende Wirkung möglich