Eibisch
Althaea officinalis L.
Familie: Malvaceae (Malvengewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Wurzel (Althaeae radix), Blätter (Althaeae folium), Blüten
- Sammelzeit
- Wurzel: Herbst (Oktober–November); Blätter: Juni–September
- Vorkommen
- Europa, Westasien; feuchte Wiesen, Wegränder, Küstenregionen
- Volksnamen
- Echter Eibisch, Arzneiliche Malve, Weiße Malve, Heilmalve, Ibisch
Wirkungen
- Demulzierend (reizmildernd, schleimhautschützend) – Schleimstoffe legen sich als Film über Schleimhäute
- Antitussiv (hustenlindernd durch physikalische Schutzwirkung)
- Entzündungshemmend (Schleimpolysaccharide, Flavonoide)
- Wundheilungsfördernd
- Immunmodulierend (Polysaccharide stimulieren Makrophagen)
- Leicht antimikrobiell
Wirkstoffe
- Schleimpolysaccharide (Hauptwirkstoff): Pektine, Glucuronoarabinan, Rhamnogalakturonan (25–35 % in der Wurzel, 6–10 % in den Blättern)
- Flavonoide: Tilirosin, Kämpferol-3-glucuronid, Hypolaetin-8-glucosid
- Phenylcarbonsäuren: Kaffeesäure, p-Cumarsäure
- Scopoletin (Cumarin)
- Asparagin
- Sterole: β-Sitosterol
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Reizhusten, trockener Husten
- Halsentzündungen, Rachenentzündungen (Pharyngitis)
- Entzündungen der Mundschleimhaut
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
- Reizdarmsyndrom (begleitend)
- Magen-Darm-Reizung (Schleimschutzwirkung)
Äußere Anwendung
- Wunden, Geschwüre (Umschläge)
- Hautirritationen, Dermatitis
- Insektenstiche
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Kaltauszug Wurzel | 2–3 g Wurzel in 150 ml kaltem Wasser, 1–2 h ziehen (NICHT kochen – Schleim zieht kalt besser aus) | 3–5x täglich |
| Warmer Aufguss Blätter | 2 g Blätter auf 150 ml 60°C warmes Wasser, 10 Min. | 3x täglich |
| Sirup | Kaltauszug mit Zucker einkochen | 1 EL bei Bedarf |
| Umschlag | Abgesiebter Kaltauszug, feuchtes Tuch | Mehrmals täglich |
| Tagesdosis Droge | Wurzel | 6 g täglich |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Keine bekannten absoluten Kontraindikationen
- Kinder unter 3 Jahren: Keine Erfahrungswerte
Wechselwirkungen
- Schleimstoffinteraktion: Eibisch-Schleimstoffe können die Resorption anderer Arzneimittel verlangsamen!
- Abstand von mind. 1 Stunde zu anderen Medikamenten empfohlen
Schwangerschaft & Stillzeit
Traditionell als sicher geltend in Speisemengen Therapeutische Dosen: Keine ausreichenden Daten – Vorsicht
Besonderheiten
- Der Kaltauszug ist bei der Wurzel bevorzugt, da heiße Zubereitung die Schleimstoffe denaturieren kann
- Eibisch ist die ursprüngliche Grundlage der Süßigkeit "Marshmallow" – früher aus Eibischwurzelschleim hergestellt
- Die Pflanze zählt zu den ältesten Heilpflanzen überhaupt – in ägyptischen Papyrusrollen erwähnt
- Schleimpolysaccharide sind keine Wirkstoffe im klassischen Sinne – sie wirken rein physikalisch durch Filmbildung
- Wirkungsinteraktion mit Arzneimitteln beachten: Eibisch-Schleim verlangsamt Resorption durch Magen-Darm-Trakt
Eibisch – Althaea officinalis gehört zu den Malvaceae (Malvengewächse) und der Kaltauszug ist bei der Wurzel bevorzugt, da heiße Zubereitung die Schleimstoffe denaturieren kann.
Besonderheiten
- Der Kaltauszug ist bei der Wurzel bevorzugt, da heiße Zubereitung die Schleimstoffe denaturieren kann
- Eibisch ist die ursprüngliche Grundlage der Süßigkeit “Marshmallow” – früher aus Eibischwurzelschleim hergestellt
- Die Pflanze zählt zu den ältesten Heilpflanzen überhaupt – in ägyptischen Papyrusrollen erwähnt
- Schleimpolysaccharide sind keine Wirkstoffe im klassischen Sinne – sie wirken rein physikalisch durch Filmbildung
- Wirkungsinteraktion mit Arzneimitteln beachten: Eibisch-Schleim verlangsamt Resorption durch Magen-Darm-Trakt
Verwandte Anwendungsgebiete
Atemwege
Erkältungen, Husten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Phytotherapeutika wirken schleimlösend, sekretolytisch, antiviral, antibakteriell und entzündungshemmend – oft mit geringeren Nebenwirkungen als synthetische Hustenmittel.
Haut
Die Haut ist das größte Organ des Menschen und Spiegel innerer Gesundheit. Phytotherapeutika wirken lokal entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, antimikrobiell und juckreizlindernd – mit breitem Anwendungsspektrum von Wunden über Ekzeme bis hin zu Akne und Pilzinfektionen.
Mund und Rachen
Zahnfleischentzündungen, Aphten, Mundgeruch, Halsschmerzen und Heiserkeit lassen sich mit lokal wirkenden Phytotherapeutika sehr effektiv behandeln. Adstringierende, antibakterielle und schleimhautberuhigende Kräuter werden als Spülung, Gurgellösung oder Lutschtablette eingesetzt.
Verdauung
Magen, Darm, Leber und Galle – die Verdauungsorgane reagieren sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil. Phytotherapeutika wirken krampflösend, blähungswidrig, gallenfluss-fördernd und schleimhautschützend.
Häufige Fragen
Wofür wird Eibisch verwendet?
Reizhusten, trockener Husten, Halsentzündungen, Rachenentzündungen (Pharyngitis), Entzündungen der Mundschleimhaut
Wie bereitet man Eibisch als Tee zu?
2–3 g Wurzel in 150 ml kaltem Wasser, 1–2 h ziehen (NICHT kochen – Schleim zieht kalt besser aus) Dosierung: 3–5x täglich
Hat Eibisch Wechselwirkungen?
Schleimstoffinteraktion: Eibisch-Schleimstoffe können die Resorption anderer Arzneimittel verlangsamen! Abstand von mind. 1 Stunde zu anderen Medikamenten empfohlen