Fenchel
Foeniculum vulgare Mill.
Familie: Apiaceae (Doldenblütler)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Früchte (Foeniculi fructus), ätherisches Öl (Foeniculi aetheroleum)
- Sammelzeit
- August–Oktober (reife Früchte)
- Vorkommen
- Mittelmeerraum; weltweit kultiviert; verwildert auf Ruderalflächen, Wegrändern
- Volksnamen
- Gemeiner Fenchel, Brotanis, Fenkel, Süßfenchel
Wirkungen
- Karminativ (blähungswidrig): trans-Anethol entspannt glatte Darmmuskulatur
- Spasmolytisch (krampflösend an Magen-Darm-Trakt)
- Sekretolytisch (schleimlösend an Bronchien)
- Antitussiv (hustenlindernd)
- Leicht antimikrobiell (ätherisches Öl)
- Leicht östrogenartig (trans-Anethol – schwach phytöstrogenartig; Wirkung klinisch kaum relevant)
- Galaktogog (milchsekretionsfördernd – traditionell, Evidenz schwach)
Wirkstoffe
- Ätherisches Öl (2–6 % in Früchten): trans-Anethol (50–80 %, Hauptkomponente), Fenchon (10–25 %), Methylchavicol (Estragol), Anisaldehyd
- Flavonoide: Quercetin, Kaempferol, Isoquercitrin
- Hydroxyzimtsäurederivate: Kaffeesäure, Chlorogensäure
- Furocumarine (Spuren: Bergapten) – phototoxisches Potenzial bei Kontakt mit Pflanzenteilen
- Fettsäuren: Petroselinsäure (in fetten Ölen)
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Blähungen, Meteorismus (besonders bei Säuglingen und Kindern)
- Koliken, Magen-Darm-Krämpfe
- Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie)
- Reizdarmsyndrom (begleitend)
- Erkältungen, Bronchitis, Reizhusten (schleimlösend)
- Appetitlosigkeit (Bitterstoffanteil)
Äußere Anwendung
- Augenwasser (stark verdünnter Aufguss) bei Bindehautentzündung – traditionell
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee (Aufguss) | 1,5–2 g gequetschte Früchte auf 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. | 3x täglich 1 Tasse |
| Säuglingstee | 0,5–1 g zerdrückte Früchte auf 100 ml, 10 Min., abseihen | 2–3x täglich nach dem Stillen |
| Ätherisches Öl | Nur verdünnt (1–2 Tropfen in Trägeröl) für Bauchmassage | Für Säuglingsbauchmassage geeignet |
| Tagesdosis Droge | Früchte | 5–7 g täglich |
| Fenchelhonig | Fenchelöl in Honig einrühren | 1 TL bei Husten |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Allergie gegen Doldenblütler (Kreuzreaktionen mit Sellerie, Karotte, Petersilie möglich)
- Nicht bei Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs (schwach östrogene Wirkung – Vorsicht, klinisch kaum relevant)
Wechselwirkungen
- Keine klinisch relevanten Wechselwirkungen bekannt
Schwangerschaft & Stillzeit
Tee in Speisemengen/üblicher Dosierung: Traditionell unbedenklich Ätherisches Öl innerlich: Meiden (Estragol-Gehalt, mutagenes Potenzial in hohen Dosen) Stillanregend (Galaktogog) – traditionell genutzt, Evidenz begrenzt
Besonderheiten
- Fencheltee ist das klassische Säuglings- und Kleinkindmittel bei Blähkoliken
- trans-Anethol gibt Fenchel den charakteristischen Anisduft
- Fenchon sorgt für die leicht bittere, herb-frische Note
- "Süßfenchel" (niedriger Fenchon-Anteil) vs. "Bitterfenchel" (hoher Fenchon-Anteil) – für Arzneidroge wird Bitterfenchel bevorzugt
- Fenchelöl-Abdominalmassgae bei Säuglingen ist belegt wirksam (RCT-Daten vorhanden)
Fenchel – Foeniculum vulgare gehört zu den Apiaceae (Doldenblütler) und fencheltee ist das klassische Säuglings- und Kleinkindmittel bei Blähkoliken.
Besonderheiten
- Fencheltee ist das klassische Säuglings- und Kleinkindmittel bei Blähkoliken
- trans-Anethol gibt Fenchel den charakteristischen Anisduft
- Fenchon sorgt für die leicht bittere, herb-frische Note
- “Süßfenchel” (niedriger Fenchon-Anteil) vs. “Bitterfenchel” (hoher Fenchon-Anteil) – für Arzneidroge wird Bitterfenchel bevorzugt
- Fenchelöl-Abdominalmassgae bei Säuglingen ist belegt wirksam (RCT-Daten vorhanden)
Verwandte Anwendungsgebiete
Atemwege
Erkältungen, Husten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Phytotherapeutika wirken schleimlösend, sekretolytisch, antiviral, antibakteriell und entzündungshemmend – oft mit geringeren Nebenwirkungen als synthetische Hustenmittel.
Frauenheilkunde
Der weibliche Zyklus, PMS, Regelschmerzen und die Wechseljahre sind Lebensphasen, in denen Phytotherapeutika wirkungsvoll und sanft eingreifen können. Phytohormone und hormonmodulierende Pflanzen bieten naturidentische Alternativen mit gutem Sicherheitsprofil.
Verdauung
Magen, Darm, Leber und Galle – die Verdauungsorgane reagieren sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil. Phytotherapeutika wirken krampflösend, blähungswidrig, gallenfluss-fördernd und schleimhautschützend.
Häufige Fragen
Wofür wird Fenchel verwendet?
Blähungen, Meteorismus (besonders bei Säuglingen und Kindern), Koliken, Magen-Darm-Krämpfe, Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie)
Wie bereitet man Fenchel als Tee zu?
1,5–2 g gequetschte Früchte auf 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. Dosierung: 3x täglich 1 Tasse
Hat Fenchel Wechselwirkungen?
Keine klinisch relevanten Wechselwirkungen bekannt