Ginkgo
Ginkgo biloba L.
Familie: Ginkgoaceae (Ginkgogewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Blätter (Ginkgonis folium)
- Sammelzeit
- Sommer (grüne Blätter); für Extraktion industriell
- Vorkommen
- Ursprünglich China; heute weltweit als Zierbaum kultiviert; in Deutschland nicht wild
- Volksnamen
- Ginkgobaum, Fächerblattbaum, Entenfuß, Silberabrikosenbaum
Wirkungen
- Durchblutungsfördernd (Vasodilatation, Verbesserung der Mikrozirkulation)
- Antioxidativ (Radikalfänger: Flavonoide)
- Neuroprotektiv (Bilobalid schützt Nervenzellen vor ischämischen Schäden)
- PAF-Antagonismus (Thrombozytenaggregationshemmung durch Ginkgolide)
- Verbesserung der kognitiven Funktion (bei zerebrovaskulärer Insuffizienz)
- Tinnitus-lindernd (verbesserter Blutfluss im Innenohr)
- Antidepressiv (additiv zu Antidepressiva in Studien)
Wirkstoffe
- Flavonoidglykoside (24 % im Standardextrakt EGb 761): Quercetin-, Kämpferol- und Isorhamnetin-Glykoside, Bilobalid-Glycoside
- Terpenelactone (6 % im Standardextrakt): Ginkgolide A, B, C, J (PAF-Antagonismus), Bilobalid (neuroprotektiv)
- Biflavone: Amentoflavon, Bilobetin (nicht im Extrakt enthalten – NMR-Ident)
- Organische Säuren: Ginkgolsäuren (allergisierend! – im Extrakt auf < 5 ppm begrenzt)
- Proanthocyanidine
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Zerebrovaskuläre Insuffizienz (altersbedingte Hirnleistungsschwäche)
- Leichte bis mittelschwere Demenz (Alzheimer-Typ und vaskulär)
- Schwindel und Tinnitus durch vaskuläre Ursachen
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), Claudicatio intermittens
- Raynaud-Syndrom (begleitend)
Äußere Anwendung
- Keine etablierten äußerlichen Anwendungen
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Fertigpräparat (Extrakt EGb 761) | Standardisiert: 24% Flavonoide, 6% Terpenelactone | 120–240 mg täglich (2 Einzeldosen) |
| Tee | Nicht empfohlen (Wirkstoffgehalt zu gering, Ginkgolsäuren ungeklärt) | – |
| Anwendungsdauer | Mindestens 8 Wochen, bei Demenz dauerhaft | – |
| Hinweis | Nur standardisierte Extrakte (EGb 761 oder LI 1370) sind klinisch belegt | – |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Bekannte Allergie gegen Ginkgo
- Gerinnungsstörungen (erhöhte Blutungsneigung)
Wechselwirkungen
- Antikoagulanzien (Warfarin, Marcumar): Verstärkte Blutungsneigung – engmaschige Kontrolle nötig
- Thrombozyten-Aggregationshemmer (ASS, Clopidogrel): Additive Wirkung
- MAO-Hemmer: Mögliche Wechselwirkungen (theoretisch)
- Antikonvulsiva: Ginkgo kann Anfallsschwelle senken (Bilobalid)
Schwangerschaft & Stillzeit
Nicht empfohlen (Thrombozytenaggregationshemmung kann Blutungsrisiko erhöhen)
Besonderheiten
- Ginkgo ist eine "lebende Fossilie" – die Art existiert nahezu unverändert seit über 200 Millionen Jahren
- Männliche und weibliche Bäume: Weibliche Früchte riechen unangenehm (Buttersäure) – in Städten werden daher meist männliche Bäume gepflanzt
- EGb 761 ist der weltweit meistuntersuchte pflanzliche Extrakt (über 400 klinische Studien)
- Bei Demenzerkrankungen: Verbesserung kognitiver Funktionen und Aktivitäten des täglichen Lebens in Metaanalysen belegt
- Ginkgo-Samen (in der asiatischen Küche verwendet) sind in größeren Mengen toxisch (4-O-methylpyridoxin hemmt Vitamin-B6-Stoffwechsel)
Ginkgo – Ginkgo biloba gehört zu den Ginkgoaceae (Ginkgogewächse) und ginkgo ist eine “lebende Fossilie” – die Art existiert nahezu unverändert seit über 200 Millionen Jahren.
Besonderheiten
- Ginkgo ist eine “lebende Fossilie” – die Art existiert nahezu unverändert seit über 200 Millionen Jahren
- Männliche und weibliche Bäume: Weibliche Früchte riechen unangenehm (Buttersäure) – in Städten werden daher meist männliche Bäume gepflanzt
- EGb 761 ist der weltweit meistuntersuchte pflanzliche Extrakt (über 400 klinische Studien)
- Bei Demenzerkrankungen: Verbesserung kognitiver Funktionen und Aktivitäten des täglichen Lebens in Metaanalysen belegt
- Ginkgo-Samen (in der asiatischen Küche verwendet) sind in größeren Mengen toxisch (4-O-methylpyridoxin hemmt Vitamin-B6-Stoffwechsel)
Verwandte Anwendungsgebiete
Häufige Fragen
Wofür wird Ginkgo verwendet?
Zerebrovaskuläre Insuffizienz (altersbedingte Hirnleistungsschwäche), Leichte bis mittelschwere Demenz (Alzheimer-Typ und vaskulär), Schwindel und Tinnitus durch vaskuläre Ursachen
Wie bereitet man Ginkgo als Tee zu?
Nicht empfohlen (Wirkstoffgehalt zu gering, Ginkgolsäuren ungeklärt) Dosierung: –
Hat Ginkgo Wechselwirkungen?
Antikoagulanzien (Warfarin, Marcumar): Verstärkte Blutungsneigung – engmaschige Kontrolle nötig Thrombozyten-Aggregationshemmer (ASS, Clopidogrel): Additive Wirkung MAO-Hemmer: Mögliche Wechselwirkungen (theoretisch) Antikonvulsiva: Ginkgo kann Anfallsschwelle senken (Bilobalid)