Melisse (Zitronenmelisse)

Melissa officinalis L.

Familie: Lamiaceae (Lippenblütler)

Steckbrief

Pflanzenteile
Blätter (Melissae folium)
Sammelzeit
Mai–August (vor der Blüte am aromatischsten)
Vorkommen
Östliches Mittelmeergebiet, Vorderasien; in ganz Europa kultiviert
Volksnamen
Zitronenmelisse, Herztrost, Bienenkraut, Frauenwohl

Wirkungen

  • Beruhigend, angstlösend (Rosmarinsäure hemmt GABA-Transaminase)
  • Schlaffördernd
  • Antispasmodisch (ätherisches Öl, Flavonoide)
  • Karminativ (blähungswidrig)
  • Antiviral (Rosmarinsäure hemmt Herpes-simplex-Virus in vitro und klinisch)
  • Thyreotropinhemmend (TSH-Hemmung – relevant bei Hyperthyreose)

Wirkstoffe

  • Ätherisches Öl (0,05–0,3 %): Citral (Geranial + Neral), Citronellal, Linalool, β-Caryophyllen
  • Phenolcarbonsäuren: Rosmarinsäure (1–4 %), Kaffeesäure
  • Flavonoide: Luteolin-7-glucosid, Apigenin, Rhamnocitrin
  • Gerbstoffe: Tannine

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Nervöse Unruhe, Reizbarkeit, Angst
  • Einschlafstörungen (auch in Kombination mit Baldrian)
  • Nervöse Magen-Darm-Beschwerden: Blähungen, Krämpfe, Reizdarm
  • Vegetative Dystonie

Äußere Anwendung

  • Lippenherpes (Herpes labialis): Melissencreme klinisch belegt (Wala, Lomaherpan)
  • Insektenabwehr (ätherisches Öl)

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee 1,5–2 TL frische oder getrocknete Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken 2–4x täglich
Melissengeist Alkoholischer Auszug (Klosterfrau Melissengeist) Laut Packungsbeilage
Kombination mit Baldrian Fertigpräparate (Baldrian-Melisse-Dragees) Laut Packungsbeilage
Creme (äußerlich) 1 % Melissenextrakt (standardisiert auf Rosmarinsäure) 2–4x täglich auf Lippe
Bad Handvoll frische Blätter aufbrühen, Sud zum Badewasser Abends, 15–20 Min.

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Schilddrüsenerkrankungen (insbesondere Hypothyreose): Vorsicht wegen TSH-Hemmung
  • Keine bekannt in therapeutischer Dosierung

Wechselwirkungen

  • Sedierende Mittel: Additive Wirkung möglich
  • Schilddrüsenhormone: Mögliche Interaktion (TSH-Hemmung)
  • Barbiturate: Verlängerte Narkosedauer möglich (tierexperimentell)

Schwangerschaft & Stillzeit

Tee in üblicher Dosierung: Traditionell unbedenklich Hochdosierte Extrakte: Nicht ausreichend untersucht

Besonderheiten

  • Frische Blätter verlieren beim Trocknen bis zu 90 % des ätherischen Öls – frischer Tee ist aromatischer
  • Die antiherpetische Wirkung ist gut klinisch belegt: Creme mit 1 % Melissenextrakt verkürzt Heilungszeit und Rezidivhäufigkeit
  • In Kombination mit Baldrian: Synergistische Wirkung bei Schlafstörungen klinisch belegt (Cerny & Schmid 1999)
  • Kommission E: Positiv (nervöse Schlafstörungen, funktionelle Magen-Darm-Beschwerden)

Melisse (Zitronenmelisse) – Melissa officinalis gehört zu den Lamiaceae (Lippenblütler) und frische Blätter verlieren beim Trocknen bis zu 90 % des ätherischen Öls – frischer Tee ist aromatischer.

Besonderheiten

  • Frische Blätter verlieren beim Trocknen bis zu 90 % des ätherischen Öls – frischer Tee ist aromatischer
  • Die antiherpetische Wirkung ist gut klinisch belegt: Creme mit 1 % Melissenextrakt verkürzt Heilungszeit und Rezidivhäufigkeit
  • In Kombination mit Baldrian: Synergistische Wirkung bei Schlafstörungen klinisch belegt (Cerny & Schmid 1999)
  • Kommission E: Positiv (nervöse Schlafstörungen, funktionelle Magen-Darm-Beschwerden)

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Melisse (Zitronenmelisse) verwendet?
Nervöse Unruhe, Reizbarkeit, Angst, Einschlafstörungen (auch in Kombination mit Baldrian), Nervöse Magen-Darm-Beschwerden: Blähungen, Krämpfe, Reizdarm
Wie bereitet man Melisse (Zitronenmelisse) als Tee zu?
1,5–2 TL frische oder getrocknete Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken Dosierung: 2–4x täglich
Hat Melisse (Zitronenmelisse) Wechselwirkungen?
Sedierende Mittel: Additive Wirkung möglich Schilddrüsenhormone: Mögliche Interaktion (TSH-Hemmung) Barbiturate: Verlängerte Narkosedauer möglich (tierexperimentell)