Mistel (Weiße Mistel)

Viscum album L.

Familie: Santalaceae (Sandelholzgewächse), früher Viscaceae

Steckbrief

Pflanzenteile
Kraut (Visci herba): Zweige, Blätter, unreife Früchte
Sammelzeit
Oktober–März (junge Triebe); Früchte: Herbst
Vorkommen
Europa, Asien; halbparasitisch auf Laubbäumen (Apfel, Pappel, Eiche, Kiefer)
Volksnamen
Weiße Mistel, Vogelleimzweig, Hexenbesen, Heiligpflanze

Wirkungen

  • Immunmodulierend (ML-I stimuliert NK-Zellen, T-Lymphozyten, Zytokine)
  • Antitumorös (zytotoxisch in vitro und in vivo; klinische Belege in der Onkologie)
  • Blutdrucksenkend (Viscotoxine, cholinerge Wirkung)
  • Herztonisierend (mild)
  • Apoptoseinduzierend in Tumorzellen
  • Antioxidativ

Wirkstoffe

  • Lektine: Mistellekin I, II, III (ML-I immunmodulierend, zytotoxisch)
  • Viscotoxine: Basische Polypeptide (zytotoxisch, kardioaktiv)
  • Polysaccharide: Arabinogalactane (immunstimulierend)
  • Flavonoide: Quercetin, Kämpferol
  • Alkaloid: Cholin
  • Phenolcarbonsäuren: Kaffeesäure-Derivate

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Adjuvante Tumortherapie (Iscador, Helixor, Lektinol – subkutane Injektionen, onkologisch)
  • Hypertonie (leicht blutdrucksenkend – als Tee, aber Wirkung begrenzt)
  • Arteriosklerose (traditionell)

Äußere Anwendung

  • Nicht üblich

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Kaltauszug (Tee) 1 TL zerkleinerte Zweige in 150 ml kaltem Wasser über Nacht (8 Std.) ansetzen, abseihen 2–3x täglich
Fertigpräparat (s.c.) Iscador, Helixor, Eurixor (nur ärztliche Verschreibung) Individuell nach Onkologe
Tinktur 1:10 in 25 % Ethanol 10–20 Tropfen, 3x täglich

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Mistelproteine
  • Florides Tumorleiden: Nur unter onkologischer Überwachung (Stimulation kann Tumoren begünstigen – kontrovers diskutiert)
  • Schwere Herzerkrankungen (Viscotoxine)

Wechselwirkungen

  • Antihypertensiva: Additive Wirkung möglich
  • Immunsuppressiva: Antagonistische Wirkung möglich
  • MAO-Hemmer: Interaktion möglich (Tyramingehalt)

Schwangerschaft & Stillzeit

Kontraindiziert (Viscotoxine können uterusstimulierend wirken)

Besonderheiten

  • Die weiße Mistel ist eine halbparasitische Pflanze – sie entzieht dem Wirtsbaum Wasser und Mineralstoffe
  • In der Onkologie einer der häufigsten komplementärmedizinischen Ansätze in Deutschland (ca. 60 % der Krebspatienten)
  • Klinische Evidenz für Verlängerung des Überlebens bleibt umstritten; Verbesserung der Lebensqualität unter Chemotherapie besser belegt
  • Wirtsbaum beeinflusst Wirkstoffzusammensetzung maßgeblich (Standardisierung schwierig)
  • Kommission E: Negativ (unzureichende Belege für traditionelle Anwendungen); ESMO und onkologische Fachgesellschaften differenzierter

Mistel (Weiße Mistel) – Viscum album gehört zu den Santalaceae (Sandelholzgewächse), früher Viscaceae und die weiße Mistel ist eine halbparasitische Pflanze – sie entzieht dem Wirtsbaum Wasser und Mineralstoffe.

Besonderheiten

  • Die weiße Mistel ist eine halbparasitische Pflanze – sie entzieht dem Wirtsbaum Wasser und Mineralstoffe
  • In der Onkologie einer der häufigsten komplementärmedizinischen Ansätze in Deutschland (ca. 60 % der Krebspatienten)
  • Klinische Evidenz für Verlängerung des Überlebens bleibt umstritten; Verbesserung der Lebensqualität unter Chemotherapie besser belegt
  • Wirtsbaum beeinflusst Wirkstoffzusammensetzung maßgeblich (Standardisierung schwierig)
  • Kommission E: Negativ (unzureichende Belege für traditionelle Anwendungen); ESMO und onkologische Fachgesellschaften differenzierter

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Mistel (Weiße Mistel) verwendet?
Adjuvante Tumortherapie (Iscador, Helixor, Lektinol – subkutane Injektionen, onkologisch), Hypertonie (leicht blutdrucksenkend – als Tee, aber Wirkung begrenzt), Arteriosklerose (traditionell)
Wie bereitet man Mistel (Weiße Mistel) als Tee zu?
1 TL zerkleinerte Zweige in 150 ml kaltem Wasser über Nacht (8 Std.) ansetzen, abseihen Dosierung: 2–3x täglich
Hat Mistel (Weiße Mistel) Wechselwirkungen?
Antihypertensiva: Additive Wirkung möglich Immunsuppressiva: Antagonistische Wirkung möglich MAO-Hemmer: Interaktion möglich (Tyramingehalt)