Passionsblume
Passiflora incarnata L.
Familie: Passifloraceae (Passionsblumengewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Kraut (Passiflorae herba): oberirdische Teile
- Sammelzeit
- Blütezeit: Juli–September
- Vorkommen
- Südöstliche USA; in Europa kultiviert
- Volksnamen
- Fleischfarbige Passionsblume, Maypop, Aprikosenrebe
Wirkungen
- Anxiolytisch (angstlösend) – Flavonoide, insbesondere Chrysin (GABA-A-Modulation)
- Sedierend/schlaffördernd
- Antispasmodisch
- Leicht blutdrucksenkend
- Antinozizeptiv (schmerzlindernd, tierexperimentell)
Wirkstoffe
- Flavonoide (2,5 %): Vitexin, Isovitexin, Orientin, Isoorientin, Chrysin
- Alkaloide (Spuren): Harmane, Harman, Harmin (β-Carboline)
- Cyanogene Glykoside (Spuren)
- Polysakcharide
- Phenolcarbonsäuren: Chlorogensäure
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Nervöse Unruhe, Spannungszustände
- Einschlaf- und Durchschlafstörungen
- Ängstlichkeit, innere Unruhe
- Nervös bedingte Herzbeschwerden
- Adjuvant bei Opioidentzug (präklinische und kleine klinische Daten)
Äußere Anwendung
- Nicht üblich
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee | 1–2 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. ziehen | 2–3x täglich, abends vor Schlaf |
| Tinktur | 1:8 in 25 % Ethanol | 2–3 ml, 3x täglich |
| Fertigpräparat | Standardisierte Extrakte (Pascoflair, Kytta-Sedativum) | Laut Packungsbeilage |
| Kombination | Mit Baldrian, Melisse, Hopfen | Fertigpräparate bevorzugen |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Keine bekannt bei bestimmungsgemäßem Gebrauch
Wechselwirkungen
- Sedierende Mittel (Benzodiazepine, Antihistaminika): Additive Wirkung
- MAO-Hemmer: Mögliche Interaktion durch β-Carboline (in üblichen Mengen klinisch nicht relevant)
- Antikoagulanzien: Mögliche Interaktion (in vitro Hemmung von Thrombozyten beschrieben)
Schwangerschaft & Stillzeit
Nicht empfohlen (cyanogene Glykoside, uterusstimulierendes Potenzial möglich)
Besonderheiten
- Name "Passionsblume" kommt aus der christlichen Symbolik: Die Blütenstruktur wurde von Missionaren als Symbol der Passion Christi gedeutet (3 Narben = Nägel, Ranken = Geißeln)
- Eine der beliebtesten pflanzlichen Schlaf- und Beruhigungsmittel in Europa
- Klinische Studie: Passionsblumentee vergleichbar mit Oxazepam (25 mg) bei generalisierter Angststörung (Akhondzadeh et al. 2001)
- Kommission E: Positiv (nervöse Unruhe)
Passionsblume – Passiflora incarnata gehört zu den Passifloraceae (Passionsblumengewächse) und name “Passionsblume” kommt aus der christlichen Symbolik: Die Blütenstruktur wurde von Missionaren als Symbol der Passion Christi gedeutet (3 Narben = Nägel, Ranken = Geißeln).
Besonderheiten
- Name “Passionsblume” kommt aus der christlichen Symbolik: Die Blütenstruktur wurde von Missionaren als Symbol der Passion Christi gedeutet (3 Narben = Nägel, Ranken = Geißeln)
- Eine der beliebtesten pflanzlichen Schlaf- und Beruhigungsmittel in Europa
- Klinische Studie: Passionsblumentee vergleichbar mit Oxazepam (25 mg) bei generalisierter Angststörung (Akhondzadeh et al. 2001)
- Kommission E: Positiv (nervöse Unruhe)
Verwandte Anwendungsgebiete
Herz und Kreislauf
Das Herz-Kreislauf-System profitiert von pflanzlichen Wirkstoffen, die Gefäße schützen, den Blutdruck regulieren, die Durchblutung verbessern und das Herz tonisieren. Phytotherapeutika spielen hier eine wichtige unterstützende Rolle – stets in Abstimmung mit ärztlicher Begleitung bei diagnostizierten Herzerkrankungen.
Nerven und Psyche
Schlafstörungen, Stress, Angst, depressive Verstimmungen und Konzentrationsprobleme – nervliche Beschwerden gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen der modernen Gesellschaft. Pflanzliche Nervina und Adaptogene bieten wirkungsvolle, gut verträgliche Alternativen zu synthetischen Psychopharmaka für leichte bis mittelschwere Beschwerden.
Häufige Fragen
Wofür wird Passionsblume verwendet?
Nervöse Unruhe, Spannungszustände, Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Ängstlichkeit, innere Unruhe
Wie bereitet man Passionsblume als Tee zu?
1–2 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. ziehen Dosierung: 2–3x täglich, abends vor Schlaf
Hat Passionsblume Wechselwirkungen?
Sedierende Mittel (Benzodiazepine, Antihistaminika): Additive Wirkung MAO-Hemmer: Mögliche Interaktion durch β-Carboline (in üblichen Mengen klinisch nicht relevant) Antikoagulanzien: Mögliche Interaktion (in vitro Hemmung von Thrombozyten beschrieben)