Rosmarin

Salvia rosmarinus Spenn. (Syn.: Rosmarinus officinalis L.)

Familie: Lamiaceae (Lippenblütler)

Steckbrief

Pflanzenteile
Blätter (Rosmarini folium), ätherisches Öl (Rosmarini aetheroleum)
Sammelzeit
Ganzjährig (immergrün); beste Aromaqualität vor der Blüte, März–Mai
Vorkommen
Mittelmeerraum; weltweit kultiviert; winterhart in milden Lagen
Volksnamen
Rosmarin, Hochzeitsstrauch, Weihrauchkraut, Anthos

Wirkungen

  • Durchblutungsfördernd (peripher; ätherisches Öl)
  • Spasmolytisch (Magen-Darm, Gallenwege)
  • Choleretisch
  • Antioxidativ (Rosmarinsäure, Carnosolsäure – stark)
  • Antimikrobiell
  • Tonisierend/anregend (ZNS)
  • Gedächtnisverbessernd (präklinisch; 1,8-Cineol – AChE-Hemmung)

Wirkstoffe

  • Ätherisches Öl (1–2,5 %): 1,8-Cineol (Eucalyptol, 15–55 %), Campher (5–25 %), α-Pinen, Borneol, Linalool
  • Diterpene: Carnosol, Carnosolsäure (antioxidativ)
  • Phenolcarbonsäuren: Rosmarinsäure (3–7 %)
  • Flavonoide: Diosmin, Luteolin, Apigenin
  • Triterpensäuren: Ursol- und Oleanolsäure

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Dyspeptische Beschwerden: Blähungen, Völlegefühl, Krämpfe
  • Gallenbeschwerden (choleretisch)
  • Erschöpfung, Konzentrationsschwäche (tonisierend)

Äußere Anwendung

  • Durchblutungsstörungen (Einreibung, Bad)
  • Muskelschmerzen, Rheuma, Neuralgien (Einreibung)
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck) – anregend durch Badeanwendung
  • Haarausfall (Rosmarinöl-Massage, erste klinische Studien)
  • Wunden (antimikrobiell)

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee 1–2 TL frische oder getrocknete Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken 2–3x täglich
Bad (Vollbad) 50 g Blätter auf 1 L Wasser kochen, Sud in Badewasser 1x täglich, 15–20 Min.
Einreibung 10 % Rosmarinöl in 90 % Trägeröl Mehrmals täglich auf betroffene Stellen
Tinktur 1:5 in 60 % Ethanol 1–2 ml, 3x täglich
Als Gewürz Frisch oder getrocknet Nach Belieben
Rosmarinöl (Kopfhaut) 2–3 Tropfen äth. Öl in Trägeröl, einmassieren Täglich

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Äußerlich: Offene Wunden (ätherisches Öl pur)
  • Innerlich hochdosiert: Gallenwegserkrankungen mit Entzündung
  • Epilepsie: Campher in hohen Dosen kann Anfälle begünstigen

Wechselwirkungen

  • Antikoagulanzien: Rosmarinsäure kann thrombozytenaggregationshemmend wirken
  • Eisenresorption: Polyphenole können Eisenaufnahme hemmen (zeitlichen Abstand halten)

Schwangerschaft & Stillzeit

Gewürzmengen: Unbedenklich Therapeutische Dosen (ätherisches Öl, Extrakte): Nicht empfohlen (uterusstimulierend in hohen Dosen)

Besonderheiten

  • Rosmarin wurde 2011 von der Umbenennungskommission der botanischen Nomenklatur offiziell in Salvia rosmarinus umbenannt
  • Rosmarinöl als Mittel gegen Haarausfall: 2015 zeigte eine Studie (Panahi et al.) vergleichbare Wirksamkeit mit Minoxidil 2 % bei androgenetischer Alopezie
  • Die antioxidative Wirkung (Carnosolsäure, Rosmarinsäure) macht Rosmarin zum natürlichen Konservierungsmittel (E 392 in Lebensmitteln)
  • "Rosmarin fürs Gedächtnis" ist keine moderne Erfindung – Shakespeare ließ Ophelia sagen: "There's rosemary, that's for remembrance"
  • Kommission E: Positiv (innerlich: Dyspepsie; äußerlich: kreislaufunterstützend)

Rosmarin – Salvia rosmarinus gehört zu den Lamiaceae (Lippenblütler) und rosmarin wurde 2011 von der Umbenennungskommission der botanischen Nomenklatur offiziell in Salvia rosmarinus umbenannt.

Besonderheiten

  • Rosmarin wurde 2011 von der Umbenennungskommission der botanischen Nomenklatur offiziell in Salvia rosmarinus umbenannt
  • Rosmarinöl als Mittel gegen Haarausfall: 2015 zeigte eine Studie (Panahi et al.) vergleichbare Wirksamkeit mit Minoxidil 2 % bei androgenetischer Alopezie
  • Die antioxidative Wirkung (Carnosolsäure, Rosmarinsäure) macht Rosmarin zum natürlichen Konservierungsmittel (E 392 in Lebensmitteln)
  • “Rosmarin fürs Gedächtnis” ist keine moderne Erfindung – Shakespeare ließ Ophelia sagen: “There’s rosemary, that’s for remembrance”
  • Kommission E: Positiv (innerlich: Dyspepsie; äußerlich: kreislaufunterstützend)

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Rosmarin verwendet?
Dyspeptische Beschwerden: Blähungen, Völlegefühl, Krämpfe, Gallenbeschwerden (choleretisch), Erschöpfung, Konzentrationsschwäche (tonisierend)
Wie bereitet man Rosmarin als Tee zu?
1–2 TL frische oder getrocknete Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken Dosierung: 2–3x täglich
Hat Rosmarin Wechselwirkungen?
Antikoagulanzien: Rosmarinsäure kann thrombozytenaggregationshemmend wirken Eisenresorption: Polyphenole können Eisenaufnahme hemmen (zeitlichen Abstand halten)