Rosskastanie
Aesculus hippocastanum L.
Familie: Sapindaceae (Seifenbaumgewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Samen (Hippocastani semen) – enthülste Samen ohne Schale
- Sammelzeit
- September–Oktober (reife Früchte)
- Vorkommen
- Balkanhalbinsel (ursprünglich); überall in Europa als Park- und Straßenbaum
- Volksnamen
- Gemeine Rosskastanie, Wilde Kastanie, Hippocastanum
Wirkungen
- Venotonisch (Aescin erhöht venösen Tonus, reduziert kapilläre Permeabilität)
- Ödemprotektiv (hemmt Enzymaktivität, die Kapillarwände schädigt)
- Antientzündlich
- Antioxidativ
- Antiexsudativ (reduziert Flüssigkeitsaustritt aus Gefäßen)
Wirkstoffe
- Triterpensaponine (3–6 %): Aescin (Gemisch aus α- und β-Aescin); ~30 verschiedene Aescine
- Flavonoide: Quercetin, Kämpferol, Astragalin, Isoquercitrin
- Cumarine: Aesculin, Fraxin, Scopolin
- Gerbstoffe: Procyanidine (Oligomere)
- Stärke (ca. 50 %)
- Fettes Öl (ca. 7 %)
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Chronisch venöse Insuffizienz (CVI): Schweregefühl, Schwellungen, Krampfadern, Wadenkrämpfe
- Hämorrhoiden (symptomatisch)
- Ödeme nach Verletzungen (Prellungen, Verstauchungen)
Äußere Anwendung
- Varikose, CVI (Gele, Cremes mit Aescin)
- Hämatome, Prellungen (Sportmedizin)
- Hämorrhoiden (Suppositorien, Cremes)
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Fertigpräparat (oral) | Standardisiert auf 50 mg Aescin/Tablette (Venostasin, Aescusan) | 1 Tablette 2x täglich (Mahlzeit) |
| Gel (äußerlich) | 2 % Aescin-Gel | 2–3x täglich einmassieren |
| Tinktur | 1:5 in 60 % Ethanol | 5 ml, 3x täglich |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Rohe Früchte/Samen: Niemals unverdünnt einnehmen (toxisch – Hämolyse möglich)
- Nierenschäden (Aescin wird renal ausgeschieden)
- Schwere Lebererkrankungen
Wechselwirkungen
- Antikoagulanzien (Marcumar, ASS): Mögliche Verstärkung der gerinnungshemmenden Wirkung
- Lithium: Veränderte renale Ausscheidung möglich
- NSAR: Additive entzündungshemmende Wirkung
Schwangerschaft & Stillzeit
Orale Einnahme: Nicht empfohlen (keine ausreichenden Studien) Äußerlich: Zurückhaltend anwenden
Besonderheiten
- Rosskastanienextrakt ist eines der am besten klinisch belegten pflanzlichen Mittel bei CVI: Mehrere RCTs und Metaanalysen zeigen Wirksamkeit vergleichbar mit Kompressionsstrümpfen
- Cochrane Review (2012): Aescin signifikant besser als Placebo bei CVI-Ödemen
- Der Name "Rosskastanie" (Ross = Pferd) entstand, weil Kastanien als Futtermittel für Pferde mit Husten verwendet wurden
- Trotz äußerlicher Ähnlichkeit: Rosskastanie ist botanisch nicht mit der Edelkastanie (Castanea sativa) verwandt
- Kommission E: Positiv (Venöse Insuffizienz)
Rosskastanie – Aesculus hippocastanum gehört zu den Sapindaceae (Seifenbaumgewächse) und rosskastanienextrakt ist eines der am besten klinisch belegten pflanzlichen Mittel bei CVI: Mehrere RCTs und Metaanalysen zeigen Wirksamkeit vergleichbar mit Kompressionsstrümpfen.
Besonderheiten
- Rosskastanienextrakt ist eines der am besten klinisch belegten pflanzlichen Mittel bei CVI: Mehrere RCTs und Metaanalysen zeigen Wirksamkeit vergleichbar mit Kompressionsstrümpfen
- Cochrane Review (2012): Aescin signifikant besser als Placebo bei CVI-Ödemen
- Der Name “Rosskastanie” (Ross = Pferd) entstand, weil Kastanien als Futtermittel für Pferde mit Husten verwendet wurden
- Trotz äußerlicher Ähnlichkeit: Rosskastanie ist botanisch nicht mit der Edelkastanie (Castanea sativa) verwandt
- Kommission E: Positiv (Venöse Insuffizienz)
Verwandte Anwendungsgebiete
Bewegungsapparat
Gelenk- und Muskelbeschwerden, rheumatische Erkrankungen und Sportverletzungen sind häufige Beschwerden, bei denen Phytotherapeutika entzündungshemmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken – sowohl äußerlich als auch innerlich.
Herz und Kreislauf
Das Herz-Kreislauf-System profitiert von pflanzlichen Wirkstoffen, die Gefäße schützen, den Blutdruck regulieren, die Durchblutung verbessern und das Herz tonisieren. Phytotherapeutika spielen hier eine wichtige unterstützende Rolle – stets in Abstimmung mit ärztlicher Begleitung bei diagnostizierten Herzerkrankungen.
Häufige Fragen
Wofür wird Rosskastanie verwendet?
Chronisch venöse Insuffizienz (CVI): Schweregefühl, Schwellungen, Krampfadern, Wadenkrämpfe, Hämorrhoiden (symptomatisch), Ödeme nach Verletzungen (Prellungen, Verstauchungen)
Wie bereitet man Rosskastanie als Tee zu?
Standardisiert auf 50 mg Aescin/Tablette (Venostasin, Aescusan) Dosierung: 1 Tablette 2x täglich (Mahlzeit)
Hat Rosskastanie Wechselwirkungen?
Antikoagulanzien (Marcumar, ASS): Mögliche Verstärkung der gerinnungshemmenden Wirkung Lithium: Veränderte renale Ausscheidung möglich NSAR: Additive entzündungshemmende Wirkung