Salbei (Echter Salbei)
Salvia officinalis L.
Familie: Lamiaceae (Lippenblütler)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Blätter (Salviae folium)
- Sammelzeit
- Mai–Juni (vor der Blüte, dann erneut August–September)
- Vorkommen
- Mittelmeerraum; weltweit kultiviert
- Volksnamen
- Echter Salbei, Gartensalbei, Arzneisalbei, Heilsalbei
Wirkungen
- Antiseptisch, antimikrobiell (ätherisches Öl, Gerbstoffe)
- Antihidrotisch (schweißhemmend) – klinisch gut belegt
- Adstringierend (Gerbstoffe – Schleimhautstabilisierung)
- Antientzündlich
- Antioxidativ (stark – Rosmarinsäure, Carnosolsäure)
- Östrogenähnlich (schwach; relevant bei Wechseljahrsbeschwerden)
- Antimykotisch
Wirkstoffe
- Ätherisches Öl (1–2,5 %): α- und β-Thujon (Hauptkomponente, 30–50 %), Campher (15–25 %), 1,8-Cineol, Borneol, Linalool
- Diterpene: Carnosolsäure, Carnosol (antioxidativ)
- Phenolcarbonsäuren: Rosmarinsäure (3–6 %)
- Flavonoide: Luteolin, Apigenin, Hispidulin
- Gerbstoffe: Tannine (4–8 %)
- Triterpene: Ursol-, Oleanolsäure
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens (Tee als Mundspülung, Gurgellösung)
- Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose), besonders Wechseljahrsschweiß – klinisch belegt
- Dyspeptische Beschwerden
- Wechseljahrsbeschwerden (Hitzewallungen – adjuvant)
Äußere Anwendung
- Gingivitis, Aphthen, Pharyngitis (Mundspülung, Gurgeln)
- Wunden (antiseptisch)
- Übermäßiges Schwitzen (lokal als Waschung)
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee (innerlich) | 1–2 TL Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken | 2–3x täglich |
| Tee (Mundspülung) | Starker Aufguss (3–4 TL auf 200 ml) | Mehrmals täglich spülen/gurgeln |
| Tinktur | 1:5 in 45 % Ethanol | 2–3 ml, 3x täglich; oder unverdünnt als Mundpinselung |
| Fertigpräparat | Salbeiextrakt-Tabletten (Sweatosan, Salbei-Stada) | Laut Packungsbeilage |
| Frische Blätter | Als Gewürz | Nach Belieben (Gewürzmengen unbedenklich) |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Schwangerschaft: Therapeutische Dosen kontraindiziert (Thujon uterusstimulierend)
- Epilepsie: Thujon-reiche Zubereitungen können Anfälle begünstigen
- Nierenerkrankungen (schwer): Vorsicht
Wechselwirkungen
- Antidiabetika: Salbei kann Blutzucker senken – Dosisanpassung nötig
- Antikonvulsiva: Potenzielle Interaktion durch Thujon
Schwangerschaft & Stillzeit
Schwangerschaft: Therapeutische Dosen kontraindiziert; Gewürzmengen vertretbar Stillzeit: Salbei reduziert Milchproduktion (traditionell zur Abstillung verwendet) → bei Stillwunsch meiden
Besonderheiten
- Das lateinische "Salvia" kommt von "salvare" (heilen, retten) – ein Hinweis auf die historische Bedeutung
- Schweißhemmende Wirkung klinisch nachgewiesen: Salbeitee reduzierte in einer RCT den Schweiß um bis zu 50 % (Bommer et al. 2011)
- Bei Wechseljahrsbeschwerden: Kombinationspräparate mit Salbei zeigen gute Wirkung bei Hitzewallungen
- Thujongehalt: α-Thujon ist neurotoxisch bei Überdosierung – Tee in normaler Dosierung unbedenklich
- Kommission E: Positiv (Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Dyspepsie, Hyperhidrose)
Salbei (Echter Salbei) – Salvia officinalis gehört zu den Lamiaceae (Lippenblütler) und das lateinische “Salvia” kommt von “salvare” (heilen, retten) – ein Hinweis auf die historische Bedeutung.
Besonderheiten
- Das lateinische “Salvia” kommt von “salvare” (heilen, retten) – ein Hinweis auf die historische Bedeutung
- Schweißhemmende Wirkung klinisch nachgewiesen: Salbeitee reduzierte in einer RCT den Schweiß um bis zu 50 % (Bommer et al. 2011)
- Bei Wechseljahrsbeschwerden: Kombinationspräparate mit Salbei zeigen gute Wirkung bei Hitzewallungen
- Thujongehalt: α-Thujon ist neurotoxisch bei Überdosierung – Tee in normaler Dosierung unbedenklich
- Kommission E: Positiv (Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Dyspepsie, Hyperhidrose)
Verwandte Anwendungsgebiete
Frauenheilkunde
Der weibliche Zyklus, PMS, Regelschmerzen und die Wechseljahre sind Lebensphasen, in denen Phytotherapeutika wirkungsvoll und sanft eingreifen können. Phytohormone und hormonmodulierende Pflanzen bieten naturidentische Alternativen mit gutem Sicherheitsprofil.
Mund und Rachen
Zahnfleischentzündungen, Aphten, Mundgeruch, Halsschmerzen und Heiserkeit lassen sich mit lokal wirkenden Phytotherapeutika sehr effektiv behandeln. Adstringierende, antibakterielle und schleimhautberuhigende Kräuter werden als Spülung, Gurgellösung oder Lutschtablette eingesetzt.
Verdauung
Magen, Darm, Leber und Galle – die Verdauungsorgane reagieren sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil. Phytotherapeutika wirken krampflösend, blähungswidrig, gallenfluss-fördernd und schleimhautschützend.
Häufige Fragen
Wofür wird Salbei (Echter Salbei) verwendet?
Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens (Tee als Mundspülung, Gurgellösung), Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose), besonders Wechseljahrsschweiß – klinisch belegt, Dyspeptische Beschwerden
Wie bereitet man Salbei (Echter Salbei) als Tee zu?
1–2 TL Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken Dosierung: 2–3x täglich
Hat Salbei (Echter Salbei) Wechselwirkungen?
Antidiabetika: Salbei kann Blutzucker senken – Dosisanpassung nötig Antikonvulsiva: Potenzielle Interaktion durch Thujon