Schachtelhalm (Zinnkraut)

Equisetum arvense L.

Familie: Equisetaceae (Schachtelhalmgewächse)

Steckbrief

Pflanzenteile
Sterile grüne Sprosse (Equiseti herba)
Sammelzeit
Mai–August (sterile Sommertriebe, nicht die sporentragenden Frühjahrstriebe)
Vorkommen
Europa, Asien, Nordamerika; Äcker, Wegränder, Schotter, feuchte Standorte
Volksnamen
Ackerschachtelhalm, Zinnkraut, Katzenschwanz, Pferdeschweif, Schaftheu

Wirkungen

  • Diuretisch (mild, kaliumsparend)
  • Remineralisierend (Kieselsäure stärkt Bindegewebe, Nägel, Haare)
  • Blutstillend (Gerbstoffe, äußerlich)
  • Wundheilungsfördernd (äußerlich)
  • Antioxidativ (Flavonoide)
  • Leicht antimikrobiell

Wirkstoffe

  • Kieselsäure (5–8 % wasserlösliche Kieselsäure): Mono- und polymere Kieselsäure
  • Flavonoide: Apigenin-5-glukosid, Kämpferol-3,7-di-O-glucosid, Isoquercitrin
  • Phenolcarbonsäuren: Kaffeesäure, Protokatechusäure
  • Sterine: Cholesterin, β-Sitosterin
  • Alkaloide (Spuren): Nikotinderivate (nicht toxikologisch relevant bei E. arvense)
  • Saponine: Equisetonin

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten, Harnsteinen (präventiv)
  • Ödeme (unterstützend, leicht diuretisch)
  • Bindegewebsschwäche (Kieselsäure: Haare, Nägel, Haut)
  • Arthrosen (traditionell, als remineralisierendes Mittel)
  • Osteoporose (adjuvant, traditionell)

Äußere Anwendung

  • Wunden, schlecht heilende Ulzera (Kompressen, Bäder)
  • Nagelprobleme (Kieselsäure-Einreibung)

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee (Dekokt) 2 TL Kraut in 150 ml Wasser 30 Min. kochen (kein einfacher Aufguss – Kieselsäure löst sich erst durch Kochen) 3–4x täglich
Fertigpräparat Extrakte, Tabletten Laut Packungsbeilage
Saft (Frischpflanzenpresssaft) Gepresster Saft der frischen Pflanze 2–3 EL täglich
Bad (äußerlich) 100 g Kraut auf 2 L Wasser kochen, Sud in Badewasser 15–20 Min.
Umschlag Starker Abkochung auf Wundauflage Mehrmals täglich

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Ödeme durch Herzinsuffizienz oder Niereninsuffizienz (nur ärztlich überwachte Diurese)
  • Verwechslung mit Sumpfschachtelhalm (*Equisetum palustre*): Dieser enthält Palustin (Thiaminase) und ist giftig!

Wechselwirkungen

  • Diuretika: Additive Wirkung
  • Kaliummangel: Bei Langzeitanwendung Kaliumspiegel kontrollieren

Schwangerschaft & Stillzeit

Keine ausreichenden Daten; bei Durchspülungstherapie zurückhaltend

Besonderheiten

  • Schachtelhalm ist eine lebende Fossile: Die Pflanzenfamilie existiert seit über 400 Millionen Jahren (Karbonzeit)
  • Für den Tee ist Abkochen (Dekokt) notwendig, kein einfacher Aufguss – Kieselsäure löst sich erst beim Kochen
  • Traditionell als Scheuermittel für Zinn und Kupfer verwendet (daher "Zinnkraut") – die Kieselsäure in den Zellwänden macht die Pflanze schleifend
  • Wichtig: Nur Equisetum arvense medizinisch verwenden, nicht E. palustre (giftig) oder E. telmateia
  • Kommission E: Positiv (Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten)

Schachtelhalm (Zinnkraut) – Equisetum arvense gehört zu den Equisetaceae (Schachtelhalmgewächse) und schachtelhalm ist eine lebende Fossile: Die Pflanzenfamilie existiert seit über 400 Millionen Jahren (Karbonzeit).

Besonderheiten

  • Schachtelhalm ist eine lebende Fossile: Die Pflanzenfamilie existiert seit über 400 Millionen Jahren (Karbonzeit)
  • Für den Tee ist Abkochen (Dekokt) notwendig, kein einfacher Aufguss – Kieselsäure löst sich erst beim Kochen
  • Traditionell als Scheuermittel für Zinn und Kupfer verwendet (daher “Zinnkraut”) – die Kieselsäure in den Zellwänden macht die Pflanze schleifend
  • Wichtig: Nur Equisetum arvense medizinisch verwenden, nicht E. palustre (giftig) oder E. telmateia
  • Kommission E: Positiv (Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten)

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Schachtelhalm (Zinnkraut) verwendet?
Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten, Harnsteinen (präventiv), Ödeme (unterstützend, leicht diuretisch), Bindegewebsschwäche (Kieselsäure: Haare, Nägel, Haut)
Wie bereitet man Schachtelhalm (Zinnkraut) als Tee zu?
2 TL Kraut in 150 ml Wasser 30 Min. kochen (kein einfacher Aufguss – Kieselsäure löst sich erst durch Kochen) Dosierung: 3–4x täglich
Hat Schachtelhalm (Zinnkraut) Wechselwirkungen?
Diuretika: Additive Wirkung Kaliummangel: Bei Langzeitanwendung Kaliumspiegel kontrollieren