Wermut (Echter Wermut)

Artemisia absinthium L.

Familie: Asteraceae (Korbblütler)

Steckbrief

Pflanzenteile
Kraut (Absinthii herba), Blätter und blühende Zweigspitzen
Sammelzeit
Juli–August (Blütezeit)
Vorkommen
Südeuropa, Asien; verwildert in Mitteleuropa (Wegränder, Ruderalstandorte)
Volksnamen
Echter Wermut, Bitterer Beifuß, Absinth-Kraut, Magenkraut

Wirkungen

  • Aromatisch-bitter (stärkste Bitterpflanze der deutschen Volksmedizin; Bitterwert > 10.000)
  • Appetitanregend (Bitterstoffe regen Magensaftproduktion an)
  • Choleretisch/cholekinetisch (steigert Gallenfluss)
  • Karminativ (ätherisches Öl)
  • Anthelmintisch (gegen Würmer – traditional; Thujon)
  • Stomachisch (verdauungsfördernd)

Wirkstoffe

  • Ätherisches Öl (0,15–0,4 %): β-Thujon (bis 50 %), α-Thujon, Chrysanthenylacetat, Sabinen
  • Sesquiterpenlactone (Bitterstoffe): Absinthin (0,2–0,3 %), Artabsin, Anabsinthin, Matricin
  • Flavonoide: Artemetin, Chrysosplenol, Kämpferol
  • Phenolcarbonsäuren: Chlorogensäure, Kaffeesäure
  • Lignane: Artabsin-Derivate

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Appetitlosigkeit, Anorexie (Bitterstoffe stimulieren Appetit)
  • Dyspeptische Beschwerden: Blähungen, Völlegefühl, träge Verdauung
  • Gallenprobleme (Gallenfluss-Förderung)
  • Traditionell: Darmparasiten (Würmer, besonders bei Kindern)

Äußere Anwendung

  • Wunden (traditionell, antimikrobiell)
  • Insektenabwehr (ätherisches Öl)

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee 0,5–1 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 5 Min. ziehen (nicht länger!) 2–3x täglich vor Mahlzeiten, kleine Mengen
Tinktur 1:5 in 70 % Ethanol 10–30 Tropfen, 3x täglich vor Mahlzeiten
Magenbitter Wermutanteil in Bitter-Likören (Amaro, Vermouth, Absinth) Nur als Bittertonikum
Wein-Auszug Kräuterwein mit Wermut Kleines Glas vor dem Essen

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Gallenwegsverschluss, akute Gallenentzündung (cholagoge Wirkung)
  • Magengeschwür
  • Epilepsie (Thujon ist neurotoxisch/konvulsiv)
  • Allergiker gegen Korbblütler

Wechselwirkungen

  • Antikoagulanzien: Vorsicht
  • Antikonvulsiva: Thujon kann deren Wirkung abschwächen
  • Alkohol: Verstärkung der Thujon-Wirkung

Schwangerschaft & Stillzeit

Kontraindiziert (Thujon ist stark uterusstimulierend und neurotoxisch; Abortivum!)

Besonderheiten

  • Hauptbestandteil des Absinth (Bitterschnaps) – im 19. Jahrhundert massenweise konsumiert; Thujon-Neurotoxizität war Ursache der "Absinthhysterie" (Epilepsie, Psychosen, Tod)
  • Moderne Absinth-Produkte haben max. 35 mg Thujon/L (EU-Grenzwert) – klinisch unbedenklich bei normalem Konsum
  • In hohen Dosen: Thujon als GABA-A-Antagonist → Erregungssteigerung, Krämpfe
  • Wermut als klassische Heilpflanze bereits im Mittelalter beschrieben – Hildegard von Bingen lobte ihn als "König der Kräuter"
  • Wermut ist namensgebend für den "Vermouth" – aromatisierten Wermutweins
  • Der Artemisinin-Wirkstoff gegen Malaria kommt nicht aus A. absinthium, sondern aus dem Einjährigen Beifuß (Artemisia annua)
  • Kommission E: Positiv (Dyspepsie, Appetitlosigkeit)

Wermut (Echter Wermut) – Artemisia absinthium gehört zu den Asteraceae (Korbblütler) und hauptbestandteil des Absinth (Bitterschnaps) – im 19. Jahrhundert massenweise konsumiert; Thujon-Neurotoxizität war Ursache der “Absinthhysterie” (Epilepsie, Psychosen, Tod).

Besonderheiten

  • Hauptbestandteil des Absinth (Bitterschnaps) – im 19. Jahrhundert massenweise konsumiert; Thujon-Neurotoxizität war Ursache der “Absinthhysterie” (Epilepsie, Psychosen, Tod)
  • Moderne Absinth-Produkte haben max. 35 mg Thujon/L (EU-Grenzwert) – klinisch unbedenklich bei normalem Konsum
  • In hohen Dosen: Thujon als GABA-A-Antagonist → Erregungssteigerung, Krämpfe
  • Wermut als klassische Heilpflanze bereits im Mittelalter beschrieben – Hildegard von Bingen lobte ihn als “König der Kräuter”
  • Wermut ist namensgebend für den “Vermouth” – aromatisierten Wermutweins
  • Der Artemisinin-Wirkstoff gegen Malaria kommt nicht aus A. absinthium, sondern aus dem Einjährigen Beifuß (Artemisia annua)
  • Kommission E: Positiv (Dyspepsie, Appetitlosigkeit)

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Wermut (Echter Wermut) verwendet?
Appetitlosigkeit, Anorexie (Bitterstoffe stimulieren Appetit), Dyspeptische Beschwerden: Blähungen, Völlegefühl, träge Verdauung, Gallenprobleme (Gallenfluss-Förderung)
Wie bereitet man Wermut (Echter Wermut) als Tee zu?
0,5–1 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 5 Min. ziehen (nicht länger!) Dosierung: 2–3x täglich vor Mahlzeiten, kleine Mengen
Hat Wermut (Echter Wermut) Wechselwirkungen?
Antikoagulanzien: Vorsicht Antikonvulsiva: Thujon kann deren Wirkung abschwächen Alkohol: Verstärkung der Thujon-Wirkung