Wilde Malve (Große Malve)

Malva sylvestris L.

Familie: Malvaceae (Malvengewächse)

Steckbrief

Pflanzenteile
Blüten (Malvae sylvestris flos), Blätter (Malvae sylvestris folium)
Sammelzeit
Juni–Oktober (Blüten: einzeln, mehrmals täglich neu geöffnete Blüten)
Vorkommen
Europa, Westasien; Wegränder, Ruderalstandorte, verwilderte Gärten
Volksnamen
Wilde Malve, Große Malve, Rosspappel, Waldmalve, Käsepappel

Wirkungen

  • Schleimhautschützend (demulzierend – Schleimstoffe legen Film über gereizte Schleimhäute)
  • Antientzündlich (mild)
  • Antitussiv (reizlindernd bei Husten)
  • Emollient (erweichend, äußerlich)
  • Laxativ (mild)

Wirkstoffe

  • Schleimstoffe (Mucilage, 8–10 % in Blüten, Blättern): Arabinogalactane, Rhamnogalacturonane, Xyloglucane
  • Flavonoide: Gossypetin-3-glucosid (für violette Farbe), Isoquercitrin, Kaempferol
  • Anthocyane: Malvin, Malvidin (blaue/violette Blütenfarbe)
  • Phenolcarbonsäuren: Protokatechusäure, Kaffeesäure
  • Gerbstoffe (geringe Mengen)

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Reizhusten, Tracheitis, Bronchitis (Schleimhautschutz)
  • Katarrhe der oberen Atemwege, Heiserkeit
  • Hals- und Rachenentzündungen (Gurgelwasser)
  • Entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen (Gastritis, Enteritis)
  • Obstipation (mild)

Äußere Anwendung

  • Hautreizungen, Sonnenbrand, leichte Entzündungen (Umschläge, Bäder)
  • Mundschleimhautentzündungen (Mundspülung)
  • Furunkel, Abszesse (erweichend – traditionell als Breiumschlag)

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee (Kaltauszug) 2 TL Blüten oder Blätter in 150 ml kaltem Wasser 1–2 Stunden ansetzen (Kaltauszug bevorzugt – Schleimstoffe hitzeempfindlich) 3–5x täglich, lauwarm trinken
Tee (heiß) Aufguss mit nicht zu heißem Wasser (max. 60 °C), 10 Min. Alternativ wenn kein Kaltauszug möglich
Gurgelwasser Kalter Aufguss, leicht erwärmt Mehrmals täglich spülen
Umschlag Stark konzentrierter Tee auf Kompresse Mehrmals täglich wechseln
Bad 200 g Blüten/Blätter in 2 L Wasser, Sud ins Badewasser 15–20 Min.

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Keine bekannt bei bestimmungsgemäßem Gebrauch

Wechselwirkungen

  • Schleimstoffe können Resorption anderer Arzneimittel verlangsamen – zeitlichen Abstand von 1–2 Stunden halten

Schwangerschaft & Stillzeit

Traditionell als unbedenklich eingestuft Keine systematischen Studien; moderate Mengen als Tee vertretbar

Besonderheiten

  • Die Malve ist eine der ältesten Heilpflanzen der europäischen Medizin: Homer erwähnt sie in der Odyssee, Pythagoras schätzte sie als Magenberuhiger
  • Kaltauszug ist entscheidend: Schleimstoffe werden durch Hitze abgebaut und gelieren – Kaltextraktion erhält die Qualität besser
  • "Käsepappel" kommt von den käseradförmigen Früchten
  • In der Küche: Junge Malvenblätter als Salat oder Gemüse verwendbar; Blüten als Dekoration essbar
  • Im Mittelalter Nahrungspflanze in Hungerzeiten (kalorienreich, vielseitig)
  • Rosenpappel (Malva alcea) und Moschusmalve (Malva moschata) haben ähnliche, aber schwächere Eigenschaften
  • Kommission E: Positiv (Reizhusten, Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut)

Wilde Malve (Große Malve) – Malva sylvestris gehört zu den Malvaceae (Malvengewächse) und die Malve ist eine der ältesten Heilpflanzen der europäischen Medizin: Homer erwähnt sie in der Odyssee, Pythagoras schätzte sie als Magenberuhiger.

Besonderheiten

  • Die Malve ist eine der ältesten Heilpflanzen der europäischen Medizin: Homer erwähnt sie in der Odyssee, Pythagoras schätzte sie als Magenberuhiger
  • Kaltauszug ist entscheidend: Schleimstoffe werden durch Hitze abgebaut und gelieren – Kaltextraktion erhält die Qualität besser
  • “Käsepappel” kommt von den käseradförmigen Früchten
  • In der Küche: Junge Malvenblätter als Salat oder Gemüse verwendbar; Blüten als Dekoration essbar
  • Im Mittelalter Nahrungspflanze in Hungerzeiten (kalorienreich, vielseitig)
  • Rosenpappel (Malva alcea) und Moschusmalve (Malva moschata) haben ähnliche, aber schwächere Eigenschaften
  • Kommission E: Positiv (Reizhusten, Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut)

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Wilde Malve (Große Malve) verwendet?
Reizhusten, Tracheitis, Bronchitis (Schleimhautschutz), Katarrhe der oberen Atemwege, Heiserkeit, Hals- und Rachenentzündungen (Gurgelwasser)
Wie bereitet man Wilde Malve (Große Malve) als Tee zu?
2 TL Blüten oder Blätter in 150 ml kaltem Wasser 1–2 Stunden ansetzen (Kaltauszug bevorzugt – Schleimstoffe hitzeempfindlich) Dosierung: 3–5x täglich, lauwarm trinken
Hat Wilde Malve (Große Malve) Wechselwirkungen?
Schleimstoffe können Resorption anderer Arzneimittel verlangsamen – zeitlichen Abstand von 1–2 Stunden halten