Ysop (Echter Ysop)
Hyssopus officinalis L.
Familie: Lamiaceae (Lippenblütler)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Kraut (Hyssopi herba) – Blätter und Blüten
- Sammelzeit
- Juni–September (Blütezeit)
- Vorkommen
- Südeuropa, Westasien; in deutschen Gärten und Kräutergärten kultiviert
- Volksnamen
- Echter Ysop, Isop, Gartenhysop, Blaue Minze, Josefskraut
Wirkungen
- Expektorierend (schleimlösend)
- Antispasmodisch (Bronchien)
- Antimikrobiell (ätherisches Öl)
- Antiviral (in vitro: Herpes simplex, HIV-Hemmung)
- Karminativ
- Verdauungsfördernd (Bitterstoffe, ätherisches Öl)
- Schwach adstringierend
Wirkstoffe
- Ätherisches Öl (0,3–1 %): Pinocamphon und Isopinocamphon (30–50 %), β-Pinen, Sabinen, Linalool, Terpinol
- Flavonoide: Diosmin, Hesperidin, Luteolin, Apigenin
- Gerbstoffe: Tannine (8 %)
- Phenolcarbonsäuren: Rosmarinsäure, Kaffeesäure
- Diterpene: Marrubiin
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Bronchitis, Reizhusten (expektorierend, antispasmodisch)
- Katarrhe der oberen Luftwege
- Keuchhusten (traditionell, krampflösend)
- Dyspeptische Beschwerden, Blähungen
- Hyperhidrose (schweißhemmend, ähnlich wie Salbei)
Äußere Anwendung
- Wunden, Prellungen (traditionell)
- Mundspülungen (Mundgeruch, Zahnfleischentzündung)
- Ekzeme, Herpes (traditionell)
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee | 1–2 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken | 3x täglich |
| Tinktur | 1:5 in 45 % Ethanol | 2–3 ml, 3x täglich |
| Ätherisches Öl | Nur zur Inhalation (nicht innerlich pur) | 2–3 Tropfen in heißem Wasser inhalieren |
| Hustensirup | Ysopauszug mit Honig | 1 EL, mehrmals täglich |
| Mundspülung | Starker Tee | Mehrmals täglich |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Epilepsie: Ätherisches Öl (Pinocamphon) ist neurotoxisch und konvulsiv bei Überdosierung
- Schwangerschaft: Höhere Dosen kontraindiziert (uterusstimulierend, ätherisches Öl)
- Kinder unter 2 Jahren: Keine ätherischen Öle im Gesichtsbereich
Wechselwirkungen
- Antikonvulsiva: Pinocamphon kann Anfallsschwelle senken
- Sedierende Mittel: Mögliche additive Wirkung
Schwangerschaft & Stillzeit
Therapeutische Mengen: Nicht empfohlen (ätherisches Öl uterusstimulierend) Gewürzmengen (kulinarisch): Vertretbar
Besonderheiten
- Ysop ist eine der biblischen Heilpflanzen: Im Alten Testament (Psalm 51) erwähnt als Reinigungskraut
- Der Name "Hyssopus" leitet sich möglicherweise vom hebräischen "Ezob" ab
- In der mittelalterlichen Klostermedizin hochgeschätzt: Hildegard von Bingen empfahl Ysop bei Lungenerkrankungen
- Ysop enthält deutlich mehr Pinocamphon als Thymian oder Lavendel – daher striktere Dosierungshinweise
- Gewürzmäßig in der mediterranen Küche einsetzbar (Suppen, Eintöpfe, Kräuterkäse)
- Weniger bekannt als Thymian oder Salbei, hat aber ähnliches Wirkprofil bei Atemwegserkrankungen
- Kommission E: Keine Monografie (traditionelle Verwendung; in Deutschland weniger erforscht als verwandte Lamiaceae)
Ysop (Echter Ysop) – Hyssopus officinalis gehört zu den Lamiaceae (Lippenblütler) und ysop ist eine der biblischen Heilpflanzen: Im Alten Testament (Psalm 51) erwähnt als Reinigungskraut.
Besonderheiten
- Ysop ist eine der biblischen Heilpflanzen: Im Alten Testament (Psalm 51) erwähnt als Reinigungskraut
- Der Name “Hyssopus” leitet sich möglicherweise vom hebräischen “Ezob” ab
- In der mittelalterlichen Klostermedizin hochgeschätzt: Hildegard von Bingen empfahl Ysop bei Lungenerkrankungen
- Ysop enthält deutlich mehr Pinocamphon als Thymian oder Lavendel – daher striktere Dosierungshinweise
- Gewürzmäßig in der mediterranen Küche einsetzbar (Suppen, Eintöpfe, Kräuterkäse)
- Weniger bekannt als Thymian oder Salbei, hat aber ähnliches Wirkprofil bei Atemwegserkrankungen
- Kommission E: Keine Monografie (traditionelle Verwendung; in Deutschland weniger erforscht als verwandte Lamiaceae)
Verwandte Anwendungsgebiete
Atemwege
Erkältungen, Husten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Phytotherapeutika wirken schleimlösend, sekretolytisch, antiviral, antibakteriell und entzündungshemmend – oft mit geringeren Nebenwirkungen als synthetische Hustenmittel.
Frauenheilkunde
Der weibliche Zyklus, PMS, Regelschmerzen und die Wechseljahre sind Lebensphasen, in denen Phytotherapeutika wirkungsvoll und sanft eingreifen können. Phytohormone und hormonmodulierende Pflanzen bieten naturidentische Alternativen mit gutem Sicherheitsprofil.
Verdauung
Magen, Darm, Leber und Galle – die Verdauungsorgane reagieren sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil. Phytotherapeutika wirken krampflösend, blähungswidrig, gallenfluss-fördernd und schleimhautschützend.
Häufige Fragen
Wofür wird Ysop (Echter Ysop) verwendet?
Bronchitis, Reizhusten (expektorierend, antispasmodisch), Katarrhe der oberen Luftwege, Keuchhusten (traditionell, krampflösend)
Wie bereitet man Ysop (Echter Ysop) als Tee zu?
1–2 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken Dosierung: 3x täglich
Hat Ysop (Echter Ysop) Wechselwirkungen?
Antikonvulsiva: Pinocamphon kann Anfallsschwelle senken Sedierende Mittel: Mögliche additive Wirkung